| Kurzfassung |
|---|
Ein warmangestauchter Schraubenkopf aus einem eigentlich nicht heißrissempfindlichen Stahl hatte zahlreiche Risse im Übergang zum Schraubenschaft. Die Schraube versagte beim Anziehen bei einem viel niedrigeren als dem Nenndrehmoment, indem der Schraubenkopf einfach abgedreht wurde.
Als werkstofftechnischer Schadensmechanismus konnte eindeutig der Heißriss identifiziert werden, konkret Wiederaufschmelzungsrisse. Andere Schadenshypothesen, wie flüssigmetallinduzierte Spannungsrisskorrosion, wurden im Verlauf der Untersuchungen sicher ausgeschlossen.
Der verwendete Werkstoff war hier 1.7711, 40CrMoV4–6, der insbesondere für warmfeste Verbindungselemente wie Schrauben und Muttern bei Einsatztemperaturen von bis zu 540°C verwendet wird. Das Material gehört zur Gruppe der niedriglegierten Chrom-Molybdän-Vanadiumstähle. Der Werkstoff wird üblicherweise im vergüteten Zustand eingesetzt. In Europa ist er im Standard EN 10269 genormt, während der Stahl in den USA unter der Bezeichnung ASTM A193 GR B16 bekannt ist.
Die Einsatzfelder für den 1.7711 reichen von den bereits genannten warmfesten Verbindungselementen über statisch und dynamisch beanspruchte Bauteile für Fahrzeuge, Motoren und Werkzeugmaschinen bis hin zu Schmiedestücken größerer Querschnitte für Getriebewellen, Zahnräder und Kurbelwellen.
A. Neidel and S. Riesenbeck (2011). Liquation Cracks in Hot Upset Low Alloy Steel Screw Heads. Practical Metallography: Vol. 48, No. 12, pp. 684-690. doi: 10.3139/147.110166 © Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG ISSN 0032-678X
© 2026