PM Artikel
01.10.2023 (CEST)
Robotisierung eines konventionellen Elektrolyseverfahrens in der Metallographie
O. Ambrož , J. Čermák , P. Jozefovič und Š. Mikmeková
Das elektrolytische Polieren ist ein Verfahren zur Endbearbeitung, bei dem in einem Prozess der anodischen Auflösung Material von einem Metall bzw. einer Legierung entfernt wird. Der gleiche Elektrolyt kann häufig auch zum Ätzen verwendet werden. Hierfür wird die angelegte Spannung einfach auf 10 Prozent des zum Polieren erforderlichen Werts reduziert. Hersteller von Metallographieausrüstung bezeichnen ihre Anlagen als automatisiert. Allerdings läuft lediglich die Elektrolyse selbst automatisiert ab. Unmittelbar nach der Endbearbeitung muss die Probe vom Bediener manuell entnommen und gereinigt werden. Dabei handelt es sich um einen sowohl hinsichtlich der Endoberfläche als auch bezüglich der Sicherheit kritischen Vorgang, da dabei oft mit gefährlichen Stoffen gearbeitet wird. Im Rahmen dieser Untersuchung führt das neben dem Roboter aufgestellte Gerät alle Probenbewegungen und die Reinigung im Ultraschallbad aus. Die Proben sind durch Wire Arc Additive Manufacturing (WAAM, drahtbasierte additive Fertigung im Lichtbogenverfahren) im 3D-Druck aus rostfreiem austenitischem Stahl ER308LSi gefertigt. Die Endbearbeitung der Oberfläche erfolgt elektrolytisch im handelsüblichen Gerät. Im Rahmen des Versuchs soll das Gefüge insbesondere hinsichtlich der Möglichkeit, Deltaferrit zu identifizieren, verglichen werden. Die Oberfläche wird mittels verschiedener Mikroskopieverfahren charakterisiert. Eine Robotisierung kann hier wesentlich zur Verbesserung der Oberflächenqualität und Sicherheit beitragen.

Zitieren Sie diesen Artikel

Ambrož, O., Čermák, J., Jozefovič, P. and Mikmeková, Š.. "Robotization of conventional electrolytic process in metallography" https://doi.org/10.1515/pm-2023-1056 © 2023 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston, Germany

Zeitschrift

Practical Metallography, vol. 60, no. 10, 2023, pp. 643-659

Ähnliche Inhalte

© 2026