
Null Bock – eine ganze Schülergeneration trägt dieses Prädikat. Kein einfaches Unterfangen, hier begeistern und überzeugen zu wollen. Und wir wollen begeistern. Von Technik, von technischen Berufen, vor allem von Berufen, die mit Werkstoffen zu tun haben. Mehr Schüler sollen unser Fach studieren.
Wir unternehmen schon einiges. Wir haben einen kleinen bunten Flyer geschaffen, den wir an Gymnasien verteilen, eine eigene Schülerwebsite geschaltet (www.materials-schoolpool.de), und wir gehen dahin, wo die Schüler hingehen, z. B. auf diese Abiturientenmesse, die schon zum zweiten Mal in Köln und Berlin stattfindet.
Köln liegt schon hinter uns. Es war unglaublich. 35.000 Oberschüler zogen von Freitagmorgen bis Samstagnachmittag an 300 Ausstellungsständen vorbei. Da waren Konzerne und Behörden, Banken und Versicherungen, auch viele Hochschulen und private Bildungsträger, und eben diesmal auch die DGM. Wenn so viele junge Leute, wie es sich für einen Messebesuch gehört, eifrig und neugierig von Stand zu Stand gehen, kann man dazu noch „Null Bock“ sagen?
Dann kommt man ins Gespräch. Um es vorweg zu sagen. Von einem Studium der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik hat noch kein Schüler gehört. „Klingt gut“, hören wir, „aber so viel Physik und Chemie?“ Strategische Beispiele aus der Verkehrstechnik, der Medizintechnik oder Elektronik versöhnen schließlich ein bisschen.
„Was soll die Unterscheidung zwischen Werkstoff und Material?“ fragt eine Schülerin. Aha. Vielleicht die Tochter eines Kollegen? Mit ein bisschen Anlauf gelingt eine Antwort.
Resümee. Wir haben Fuß gefasst in dieser Arena. Das heißt, wir wissen jetzt viel mehr, worauf es Schülern ankommt. Nun können wir die Schülerwebsite viel authentischer gestalten, die Datenbank über einschlägige Studiengänge in Deutschland ausbauen. Es ist eben nicht das Gleiche, ob wir eine Liste von Uni-Links angeben oder ob wir die Studienangebote in eine gemeinsame Sprache übersetzen, die Vergleiche erlaubt.
Durch Karriereprofile von Industrievertretern, die wir auf der Website vorstellen und die wir ständig erneuern wollen, schaffen wir lebendige Anreize für unseren Beruf.
Für die diesjährige Materialica werden wir eine kleine populärwissenschaftliche Show organisieren, zu der wir Schüler im Umkreis von 150 bis 200 km um München einladen. Das hat auf der Werkstoffwoche 96 schon mal gut funktioniert.
Fehlt noch eins. Wie sollen wir das Projekt finanzieren? Der Anfang ist gemacht dank der diesjährigen Gebührenerhöhung und auch der guten Veranstaltungserlöse der letzten Jahre. Die besondere Finanzierungsstruktur der DGM gewährt aber auf Dauer keinen großen Spielraum.
Dürfen wir auf Ihre Großzügigkeit als Sponsor hoffen? Es geht um die Zukunft unseres Faches, um die Zukunft Ihres Unternehmens und, natürlich, auch um die Zukunft der DGM.
Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.
Ihr
Peter Paul Schepp
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