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22.02.2017 (CET)
Flüssigmetallinduzierte Rissbildung in Zinkschmelzen, Darstellung des Schadensbildes mit Hilfe von 3D Computertomografie
D. Körber, H. Hoche, und M. Oechsner

In der Vergangenheit wurden flüssigmetallinduzierte Verzinkungsrisse entweder am metallografischen Schliff in der jeweils angeschliffenen Sichtebene analysiert oder die freigelegte Hauptbruchfläche im Rasterelektronenmikroskop (REM) untersucht. Eventuell vorhandene Nebenrisse blieben dabei unerkannt. Mit Hilfe der dreidimensionalen Computertomografie (CT) besteht die Möglichkeit, alle Risse mit Verzweigungen und Verästelungen darzustellen und ein ganzheitliches Bild des Rissnetzwerks zu analysieren. Darüber hinaus können mittels 3D-Analysen Unterschiede in der Wirkung von verschiedenen Zinkschmelzen erkannt sowie die die Rissbildung begünstigenden Belastungssituationen beim Feuerverzinken anhand von Laborproben deutlicher differenziert werden. Wesentliche Ergebnisse sind die Darstellung von Rissen parallel zur Hauptbeanspruchungsrichtung (B-Risse), die sich an den Perlitzeilen orientieren und offenbar deutlich tiefer in das Grundmaterial vordringen als der makroskopisch sichtbare, senkrecht zur Hauptbeanspruchungsrichtung orientierte Riss (A-Riss). Ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten von B-Rissen und den verwendeten Zinklegierungen konnte nur bedingt gezeigt werden. Untersuchungen an in verschiedenen Metallschmelzen lastfrei getauchten Flachproben ergaben insbesondere für die Reinzinn- und Reinbleischmelze in etwa vergleichbare Ergebnisse. Die Perlitphase wird hier auch ohne äußere Lasteinleitung in die Proben bevorzugt geschädigt.
 

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D. Körber, H. Hoche, and M. Oechsner (2017). Liquid Metal Assisted Crack Formation in Zinc Melts, Representation of the Damage Pattern Using 3D Computed Tomography. Practical Metallography: Vol. 54, No. 2, pp. 118-136. doi: 10.3139/147.110418 © Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG ISSN 0032-678X

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