Anhand von drei Schadensbeispielen werden zeitverzögerte Sprödbrüche hochfester
Schrauben der Festigkeitsklasse 10.9 vorgestellt, deren Mechanismus auf wasserstoffinduzierte Spannungsrisskorrosion durch
den im Betrieb aufgenommenen Wasserstoff zurückgeführt werden konnte. Die Auswahl der Beispiele zielt insbesondere auf die Anfälligkeit des Werkstoffzustands ab, der die Ursache für das Auftreten des Schadensmechanismus begründet. Dabei ist nur in einem der
drei Fälle die Anfälligkeit aufgrund sehr grober Verletzungen normativer Vorgaben und der Auswahl eines ungünstigen Werkstoffs offensichtlich. In den beiden weiteren Beispielen konnten hingegen nur geringfügige bzw. gar keine Abweichungen der Normen bzw. Richtlinien festgestellt werden. Abschließend werden unter Berücksichtigung der drei Schadensbeispiele die schadensursächlichen
und schadensbegünstigenden Einflussfaktoren sowie mögliche Abhilfemaßnahmen diskutiert.
Pract. Metallogr. 54 (2017) 3; page 178 – 211 © Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG ISSN 0032-678X
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