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08.09.2016
Materialographische Untersuchung an drei unterschiedlichen Arten beschädigter Zahnimplantaten
S. Kopp, D. Behrend, O. Specht, D. Trostmann, M. Rosentritt, P. Ottl, J. Geis-Gerstorfer, and M. Warkentin
Kurzfassung

Die Ursachen des Versagens dentaler Implantate können im Hinblick auf Gewebeinteraktionen und die Eigenschaften der Materialien selbst anhand von in den Materialwissenschaften entwickelten Verfahren erfolgreich untersucht werden. Beispielhaft wird dies an drei versagenden Implantaten gezeigt. Die Implantate repräsentieren sowohl ein breites Spektrum an Materialien (Titan, PEEK, Zirconiumdioxid) als auch an Geometrien (Schraub-, Zylinder-, Diskimplantat).

Materialien und Verfahren: Nach entsprechender Probengewinnung und -präparation wurden EDX-, ESEM-, lichtmikroskopische und Ultraschalluntersuchungen durchgeführt. Da lediglich das Titanimplantat eine Osseointegration aufwies, wurde bei diesem Implantat die Grenzfläche Implantat/Knochen zusätzlich mittels FIB-TEM untersucht.

Ergebnisse: Die Abwesenheit von Knochengeweberesten auf den Zirconiumdioxid- und PEEK-Implantaten konnte mit allen bildgebenden Verfahren bestätigt werden. Lediglich beim Titanimplantat ist eine vollständige Osseointegration an einem aus dem Kieferknochen resezierten vollständigen Fragment mit einem Kontakt Knochen/Metall (Bone-Metall-Contact, BMC) von 82,5 % nachweisbar.

Schlussfolgerung: Eine bioaktive Interaktion mit den Zielgeweben ist nur beim Titanimplantat festzustellen. Der Verlust des hier untersuchten Titanimplantats ist auf Materialversagen zurückzuführen. Für die Beurteilung der Osseointegration hat sich die Hochfrequenzultraschallmikroskopie als geeignetes Instrument erwiesen. Der geringere Aufwand bei der Probenvorbereitung sowie die Möglichkeit, Ultraschall in situ einsetzen zu können, legt die Ultraschallmikroskopie als geeignete Technologie zur Schadensanalyse nahe.

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S. Kopp, D. Behrend, O. Specht, D. Trostmann, M. Rosentritt, P. Ottl, J. Geis-Gerstorfer, and M. Warkentin (2014). Materialographic Examination of Three Different Types of Failed Dental Implants. Practical Metallography: Vol. 51, No. 2, pp. 127-145. doi: 10.3139/147.110223 © Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG ISSN 0032-678X

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