| Kurzfassung |
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Erstarrungsgefüge weisen eine Vielfalt an teilweise sehr komplexen Morphologien auf. Zusammen mit deren Längenskalen und den Volumenanteilen verschiedener Phasen lassen sich die Erstarrungsgefüge direkt mit den Eigenschaften einer Legierung korrelieren. Das Phasendiagramm enthält nur unvollständige Information über Erstarrungsgefüge, da auch der Einfluss der Kinetik bei der Gefügebildung mit berücksichtigt werden muss. In zahlreichen Gefügen, die laut Phasendiagramm nach der Erstarrung einphasig sein sollten, treten Ungleichgewichtsphasen auf, die die Eigenschaften der Legierung drastisch verändern. Die Ungleichgewichtsphasen sind eine Folge der Seigerungsbildung in der primär erstarrenden Phase, aufgrund derer der Anteil an Schmelze bei einer gegebenen Temperatur in der Regel höher ist als mit Phasendiagramm und Hebelgesetz vorausgesagt. Seigerungen werden am besten über Phasenanteile charakterisiert, die mit bildanalytischen Methoden in der Regel mit guter Genauigkeit gemessen werden können. Auch Modellrechnungen, die Gefügeparameter mit statistischer Absicherung vorhersagen, erreichen heute eine sehr gute Genauigkeit. Dies wird an mehreren Beispielen demonstriert.
M.Rettenmayr, A.Löffler, H.Engelhardt, and D.M.Liu (2014). Phases, Morphologies, Segregations – Solidification Microstructures and their Characterization. Practical Metallography: Vol. 51, No. 12, pp. 849-859. doi: 10.3139/147.110323 © Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG ISSN 0032-678X
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