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26.07.2022 (CEST)
Zerstörungsfreie Schadensuntersuchung eines falsch wärmebehandelten Heißgasteils mittels Gefügeabdrucktechnik
Andreas Neidel, Tobias Gädicke und Madeleine Giller

Kurzfassung

Für den Einsatz in Brennkammern von Großgasturbinen vorgesehe Metallhitzeschilde aus einer Nickelbasis-Superlegierungen wurden während der Fertigung versehentlich unter Anwendung falscher Parameter wärmebehandelt. Es gab Bedenken bezüglich einer Versprödung. Der Werkstoff wurde unter Anwendung der Replikatechnik zerstörungsfrei charakterisiert, wobei eine Versprödung durch Sekundärphasen nachgewiesen werden konnte. Dem Kunden wurde dennoch empfohlen, die entsprechenden Teile in diesem Zustand zu verwenden. Begründet wurde die Empfehlung damit, dass weder Kornwachstum noch eine erhöhte Härte festgestellt wurde. Die in diesem Beitrag vorgestellte Fallstudie mag auf den ersten Blick trivial erscheinen. Allerdings zeigt sie beispielhaft, wie Turbinenkomponenten ohne Bauteilverlust zuweilen zerstörungsfrei metallographisch untersucht werden können. Der geneigte Leser sei auf die hervorragende Qualität der in diesem Beitrag gezeigten Mikroskopaufnahmen hingewiesen. Die Aufnahmen stammen nicht von tatsächlichen metallographischen Schliffen, sondern hier wurde mit Folienabdrücke gearbeitet.

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Neidel, Andreas, Gädicke, Tobias and Giller, Madeleine. "Non-destructive Metallurgical Failure Investigation of Erroneously Heat Treated Hot Gas Path Component Using Replica Technique" Practical Metallography, vol. 59, no. 4, 2022, pp. 216-224. https://doi.org/10.1515/pm-2022-0022 © 2022 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston, Germany

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