| Kurzfassung |
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Mehrere in Brenngasleitungssystemen industrieller Großgasturbinen zum Einsatz kommende Sicherungsringe lagen bei Erhalt seitens des Werks des Gasturbinenherstellers gebrochen vor. Während die Rohrleitungen aus rostfreiem austenitischem Stahl AISI 321, 1.4541, X6CrNiTi18-10 gefertigt wurden, ist der für die entsprechenden Sicherungsringe angegebene Werkstoff rostfreier martensitischer Chromstahl X39CrMo17-1, 1.4122. Die Sprengringe, die versagten, setzten sich allerdings aus X39Cr13, 1.4031 mit niedrigerem Chromgehalt zusammen. Die gebrochenen Sicherungsringe stammten alle von einer bestimmten nordamerikanischen Lieferkette. Die gleichen Rohrbaugruppen hingegen, die von einem zweiten, alternativen europäischen Anbieter ausgeliefert wurden, wiesen bei ihren Sicherungsringen nicht diese außergewöhnlichen Brüche auf. Sie wurden zudem tatsächlich aus dem spezifizierten Werkstoff mit höherem Chromgehalt hergestellt. Später wurde festgestellt, dass der Anbieter, der die fehlerhafte Ware ausgeliefert hatte, eine besondere Nassreinigung ohne eine der Reinigung nachfolgende ordnungsgemäße Trocknung durchführte. Aus der metallurgischen Schadensanalyse wurde geschlussfolgert, dass die entsprechenden Sicherungsringe aufgrund interkristalliner Korrosion versagten, die durch Sensibilisierung durch Wärmebehandlung und Nassreinigungsrückstände hervorgerufen wurde, die auf dem Produkt zurückblieben und während der Zulieferung Korrosion verursachten. Die Auswahl eines falschen Werkstoffes, der nicht den Spezifikationen entsprach, trug zum Versagen bei.
B. Fischer and A. Neidel (2014). Intergranular Corrosion in Retaining Rings Made of X39CrMo17-1 and X39Cr13. Practical Metallography: Vol. 51, No. 6, pp. 463-474. doi: 10.3139/147.110248 © Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG ISSN 0032-678X
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