| Kurzfassung |
|---|
Gängige Schleifringe (rostfreier Stahl X12Cr13, Wkst. Nr. 1.4006) wiesen bei ihrer Anlieferung durch verschiedene Hersteller eine unterschiedlich ausgeprägte Neigung zu Fleckenbildung auf. Der Elektrochemische Potentiodynamische Reaktivierungstest (EPR-Test) brachte Sensibilisierung als Ursache für das mangelhafte Korrosionsverhalten hervor. Im Ausgangszustand wies der Stahl SS-1 ein Anlassgefüge und etwas Ferrit mit einer Sensibilisierung von maximal 2,7% auf; der Stahl SS-2 mit einer ferritischen Struktur und Karbiden an den Korngrenzen enthält MnS und Ti(C,N) und weist eine Sensibilisierung von ≈80% auf. Nachdem für beide Stähle mittels 30-minütigem Lösungsglühen bei 1050°C ein definierter Ausgangszustand eingestellt wurde, erfolgte eine Härtung der Stähle in Öl, Luft oder langsam im Ofen. Darüber hinaus wurden solche ölabgeschreckten Proben unter verschiedenen Bedingungen angelassen (45 bzw. 24 h bei 800 bzw. 750°C). Die Auswirkung auf die Sensibilisierung wurde mit Hilfe des EPR-Tests überprüft. Die ölabgeschreckten Proben wiesen die niedrigsten Sensibilisierungsgrade auf. Einige ungewöhnliche EPR-Ergebnisse für SS-2 konnten mit der Auflösung von MnS während des Tests in Verbindung gebracht werden.
S. Strobl, R. Haubner, and P. Linhardt (2012). Microstructure and EPR Studies of 13% Chromium Steels after Various Heat Treatments and the Influence of MnS on the EPR Test. Practical Metallography: Vol. 49, No. 3, pp. 155-170. doi: 10.3139/147.110146 © Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG ISSN 0032-678X
© 2026