M. Giller , E. Cagliyan , T. Gädicke , S. Riesenbeck und A. Neidel

Schellenbänder werden zur Befestigung von Instrumentierungsleitungen in Turbinen an Bauteilen verwendet, in denen Sensoren für die Leittechnik installiert sind. Einige dieser Schellenbänder sind bei einer Testinstallation in einem Triebwerk gebrochen. Sie wurden im Labor der Autoren zur Untersuchung der metallurgischen Ursachen des Bruchs entgegengenommen. Zum Vergleich wurden auch breite und schmale, neue, ungebrauchte Schellenbänder erhalten. Alle gebrochenen Schellenbänder wurden metallographisch getrennt. Sie wiesen alle ein ungünstiges, zeiliges Gefüge mit Einschlüssen von Cerkarbid und/oder Ceroxid und/oder Titankarbonitrid auf. Obwohl diese Einschlüsse, die die Bruchduktilität herabsetzen, zum vorzeitigen Überlastversagen der Schellenbänder beigetragen haben könnten, waren sie nicht ursächlich für das Versagen. Die Hauptursache für das Versagen unter Überlast war die missbräuchliche Verwendung bei der Installation. Es wurden zu viele Messleitungen gleichzeitig mit den betreffenden Schellenbändern befestigt, was zu einer mechanischen Überlastung der sehr dünnen, nicht hochfesten Streifen aus einer mischkristallverfestigten Nickelbasislegierung führte. Es ist wichtig zu erwähnen, dass die zur Befestigung der Schellenbänder verwendeten Schweißpunkte in keinem Zusammenhang mit den Ausfällen standen, obwohl sich einige der Überlastungsbrüche durch Schweißpunkte ausbreiteten.
Giller, M., Cagliyan, E., Gädicke, T., Riesenbeck, S. and Neidel, A.. "Determining the root cause of failure – calling a spade a spade – overload failures of tack strips for instrumentation wiring" Practical Metallography, vol. 62, no. 6, 2025, pp. 427-435. https://doi.org/10.1515/pm-2025-0036
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Practical Metallography, vol. 62, no. 6, 2025, pp. 427-435

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