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01.09.2024
Old Woman-Meteorit: Gefüge, Analysen und Geschichten
F. Hogue
Der zweitgrößte in den USA gefundene Meteorit, der Old Woman-Meteorit (OWM), wurde im März 1976 von Goldsuchern in einer steilen Schlucht in der Mojave-Wüste etwa 20 km südlich des Highway 66 entdeckt. Aufgrund seines Gewichts von nahezu 3 Tonnen musste er mit einem Hubschrauber der US-Marine aus den Bergen geborgen werden. Zur Bestimmung seiner Gefüge und Phasen wurde eine kleine dreieckige metallographische Probe, eine Leihgabe der Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA), mittels Lichtmikroskopie und EDX(energiedispersive Röntgenspektroskopie)-Analyse untersucht. Im polierten Zustand sind Rhabdite und Schreibersit erkennbar. Nital-Ätzmittel bringt Korngrenzen und Neumann-Linien zum Vorschein. Ätzen mit Klemm I färbt Kamacitkörner (Ferrit) und Neumann-Linien je nach Kristallorientierung in Blau- und Brauntönen. Prismenförmige Rhabdite bleiben weiß. Viele Rhabdite weisen an der Schnittstelle mit Neumann-Linien Risse auf. Gefunden wurden drei Bereiche mit ungewöhnlichen Strukturen. Mittels EDX-Elementverteilungskarten wird ein Bereich als Schreibersit identifiziert, ein anderer enthält Troilit, Schreibersit, Brezinait und möglicherweise Taenit, und der dritte Bereich enthält Fe, Ni, P und S.

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Hogue, F.. "Old Woman Meteorite: microstructures, analyses, and stories" https://doi.org/10.1515/pm-2024-0064 © 2023 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston, Germany

Zeitschrift

Practical Metallography, vol. 61, no. 9-10, 2024, pp. 692-702

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