59. Metallographie-Tagung 2025 - Materialographie
Plenarvortrag
08.10.2025
Werkstoffkundliche Herausforderungen einer zirkulären Wertschöpfung hochlegierter Werkzeugstähle
SW

Prof. Dr.-Ing. Sebastian Weber

Ruhr-Universität Bochum

Weber, S. (V)¹; Bram, M.²; Großwendt, F.¹; Treppmann, M.¹; Keszler, M.²
¹Ruhr-Universität Bochum; ²Forschungszentrum Jülich GmbH
Vorschau
33 Min. Untertitel (CC)

Unter allen Stählen sind es insbesondere die hochlegierten Werkzeugstähle, die sich durch eine im Vergleich zu anderen Stahlgruppen hohe Energie- und Ressourcenintensität auszeichnen. Insbesondere Kalt- und Schnellarbeitsstähle können Makrohärten von bis zu 70 HRC erreichen und werden daher in zahlreichen Anwendungsfällen in einem gehärteten und auf die Gebrauchseigenschaften angelassenen Zustand durch eine schleiftechnische Bearbeitung mit erheblichen Zerspanvolumina zu Produkten verarbeitet. Im Sinne einer zirkulären Wertschöpfung und dem Ziel, Verluste hochwertiger sowie zum Teil kritischer Rohstoffe zu minimieren, ergibt daher eine direkte, auf pulvermetallurgischen Methoden basierende, stoffliche Nutzung der Abfallstoffe einer Schleifbearbeitung Sinn. Am Beispiel der Fertigung von Zerspanungswerkzeugen aus dem PM-Schnellarbeitsstahl HS 12-0-5-5 zeigt dieser Beitrag daher exemplarisch auf, welche werkstoffkundlichen Herausforderungen bestehen und wie sich diese auf direkt rezyklierte Werkzeuge auswirken. Der Fokus wird auf die begleitenden metallografischen Untersuchungen gelegt, mit denen sich Zusammenhänge zwischen dem Schleifprozess, dem Eintrag von Verunreinigungen, der pulvermetallurgischen Rezyklierung und den Gebrauchseigenschaften herstellen lassen. Es wird gezeigt, dass der Aufbereitung der Abfallstoffe eine zentrale Bedeutung zukommt und eine zirkuläre Wertschöpfung deutlich früher in der Fertigungsprozesskette ansetzen muss.

Abstract

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