Technische Universität Wien
Beim selektiven Laserschmelzen (SLM) stellt der thermische Verzug aufgrund der Eigenspannungssituation einen typischen Bauteildefekt dar. Um eine Verbesserung der Bauteilqualität und damit der Prozesssicherheit zu erreichen, ist ein umfassendes Verständnis über den zeitlich-thermischen Verlauf des Bauprozesses erforderlich. Auf Basis einer instrumentierten Bauplattform wurde eine gekapselte Messkette zum Aufzeichnen von Temperaturdaten in den Bauraum eingebracht. Zwei unabhängige Sensorarrays in horizontaler und vertikaler Anordnung zeichnen Temperaturdaten unterhalb des Lasers über mehrere Schichten hinweg auf. Daraus wurden Kennwerte des thermischen Haushalts wie die eingebrachte Wärmemenge sowie die Homogenität des Energieeintrags ermittelt. Die Auswertung der Messdaten zeigt in jeder Schicht eine ausgeprägte asymmetrische Wärmefront aufgrund der Bearbeitungsstrategie, ein prägnantes Aufheizverhalten des Bauteils über mehrere Schichten hinweg sowie Unregelmäßigkeiten in der eingebrachten Wärmemenge und Wärmeleitung verursacht durch die Baustrategie. Es konnte gezeigt werden, dass von dem im Bauteil erfassten Temperaturzustand Rückschlüsse auf den erforderlichen Wärmeeintrag gezogen werden können, welcher die Grundlage für eine Prozessregelung bilden kann.
Abstract
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