58. Metallographie-Tagung 2024 - Materialographie
Vortrag
19.09.2024
Untersuchung der interkristallinen Korrosion von Aluminiumlegierungen mit Metallographie, Wirbelstromprüfung und Computertomographie
PR

Prof. Dr.-Ing. Paul Rosemann

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Rosemann, P. (V)¹; Schulz, H.¹; Roßberg, S.¹; Heyn, A.¹
¹Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig
Vorschau
21 Min. Untertitel (CC)

Ausscheidungshärtende Aluminiumlegierungen durchlaufen eine komplexe Wärmebehandlung bestehend aus Lösungsglühen, Abschrecken und Warm- oder Kaltaushärtung. Dabei können auch unerwünschte Ausscheidungen an den Korngrenzen entstehen, die eine Anfälligkeit für interkristalline Korrosion (IK) verursachen. Daher ist eine Prüfung auf IK-Anfälligkeit durch Auslagerungsversuche notwendig. Diese Prüfung erfordert allerdings eine aufwändige metallographische Präparation und lichtmikroskopische Auswertung zur Bestimmung der IK-Tiefe. Dabei treten große Schwankungen bei den resultierenden Ergebnissen auf, deren Ursache u.a. mit der lokalen Bewertung der Korrosionserscheinungen im Zusammenhang steht. Außerdem zerstört die metallographische Ermittlung der IK-Tiefe die zu untersuchenden Proben und erschwert vergleichende Analysen. Ein vielversprechender Ansatz, welcher diese Herausforderungen adressiert, ist die Verwendung zerstörungsfreier Prüfmethoden zur Ermittlung der IK-Tiefe. Im Vortrag werden daher vergleichende Ergebnisse von IK-Untersuchungen an der ausscheidungshärtenden Aluminiumlegierung EN AW 2024 (AlCu4Mg1) dargestellt. Die IK-Anfälligkeit wurde durch unterschiedliche Abkühlgeschwindigkeiten beim Abschrecken von der Lösungsglühtemperatur gezielt eingestellt und durch Metallographie, Rasterelektronenmikroskopie, Wirbelstromprüfung und Computertomographie vergleichend untersucht. Es konnte gezeigt werden, dass mit der Wirbelstromprüfung innerhalb von wenigen Sekunden interkristalline Korrosion nachgewiesen werden kann. Die Computertomographie erfordert eine spezielle Probengeometrie und eine aufwändigere Untersuchung. Dafür lässt sich bei geeigneten Untersuchungsparametern die Tiefe der interkristallinen Korrosion an jeder beliebigen Stelle der untersuchten Probe bestimmen. Es wird gezeigt, dass beide Ansätze einzigartige Vorteile gegenüber der herausfordernden metallographischen Analyse von IK bei Aluminiumlegierung bieten.

Abstract

Abstract

Erwerben Sie einen Zugang, um dieses Dokument anzusehen.

© 2026