Im binären System Cu-Zn und im ternären System Cu-Zn-Al lassen sich über Phasenumwandlungen der kubisch flächenzentrierten Alpha- in die kubisch raumzentrierte Beta- Phase (und umgekehrt) zahlreiche verschiedene Gefüge einstellen. Eine erste Besonderheit ist die Tatsache, dass Alpha- und Beta- Phase bei exakt der gleichen Konzentration vorliegen können und dadurch die Umwandlung ”massiv“, d.h. ohne messbare Konzentrationsänderung, ablaufen kann, wenn durch eine relativ hohe Abkühlrate die ”klassische” Phasenumwandlung über einen Keimbildungs- und Wachstumsmechanismus vermieden wird. Bei sehr rascher Abkühlrate entsteht Martensit, der wiederum in verschiedenen Modifikationen vorliegen kann.
Aufgrund der kleinen Längenskalen im Gefüge bei rascher Abkühlung ist die Identifikation der Phasen z.B. im Rasterelektronenmikroskop mit EBSD aufwendig. Im DIC Modus des Lichtmikroskops kann der Martensit jedoch über seine doppelbrechenden Eigenschaften eindeutig identifiziert werden. Der Korrektor des DIC wird dabei nicht verwendet, da der Martensit die Eigenschaft des Korrektors selbst übernimmt. Voraussetzung für die Phasenidentifikation ist eine verformungsarme oder verformungsfreie Oberfläche, welche z.B. mittels einer Vibrationspoliermaschine erzeugt werden kann. Herkömmlicherweise werden Proben zur Phasenidentifizierung geätzt, im Cu-Zn-System ist dies nicht notwendig.
Auch die weiteren möglichen Gefügebestandteile können mit Hilfe der Lichtmikroskopie identifiziert werden. Im Posterbeitrag wird gezeigt werden, wie mit metallographischen Methoden den Gefügebestandteilen Phasen zugewiesen und Rückschlüsse auf die verschiedenen Arten der Phasenumwandlungen gezogen werden können.
Poster
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