55. Metallographie-Tagung 2021 - Materialographie
Vortrag
01.10.2021
Digitale Vorgabe, analoge Auswertung: der ASMET-Ringversuch zur Phasenanteilsbestimmung nach ASTM E 562 / ISO 9042
SS

Stephan Stücklin

Steeltec AG

Stücklin, S. (V)¹; Pühringer, J.²
¹Swiss Steel AG; ²voestalpine Stahl GmbH
Vorschau
19 Min. Untertitel (CC)

Bei Ringversuchen gilt oft der Konsenswert der Teilnehmer als Beurteilungskriterium für den einzelnen Teilnehmer. Dies kann problematisch sein, wenn die Expertise des Prüfers nicht nur einen Einfluss auf die Präzision hat, sondern zu einer Abweichung in der Lage führt. Beispiele dafür sind falsches Setzen eines Schwellwerts, "Anfängerfehler" bei der Gefügeerkennung, Fehler aufgrund der Vergrösserungs-Umrechnung bzw. der Logarithmen in der Korngrössenbestimmung sowie das Mitzählen von Artefakten. Da gerade bei metallographischen Prüfungen häufig das Ermessen des Prüfers eine Rolle spielt, sind Prüfungen wie zum Beispiel die Phasenanteilsbestimmung auf Konsenswert-Verfälschungen empfindlich. 

Um die Problematik des Konsenswerts zu umgehen, wurde unter dem Patronat der ASMET ein Ringversuch zur Phasenanteilsbestimmung nach ASTM E 562 und ISO 9042 lanciert. Im Gegensatz zu den üblichen Bildern metallographischer Schliffe wurden den Teilnehmern synthetische Bilder gesandt, welche die eindeutige Bestimmung einer Musterlösung erlaubten. Ausserdem hat sich der Ringversuch mit den in den Normen vorgegebenen Möglichkeiten zur Aufwandsminimierung sowie den normativen Mindestanforderungen zur Darstellung und Dokumentation der Prüfergebnisse befasst. Über die Ergebnisse dieses Ringversuchs sowie die Vor- und Nachteile der synthetischen Bilder wird in diesem Vortrag berichtet. 

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