59. Metallographie-Tagung 2025 - Materialographie
Poster
Ein bronzener Fibelfuß aus dem römischen Carnuntum, Niederösterreich
RH

Prof. Dr. Roland Haubner

Technische Universität Wien

Haubner, R. (V)¹; Pronina, A.²; Strobl, S.³
¹Technische Universität Wien; ²Technische Universität Wien, Vienna (Austria); ³Technische Universität Wien, Institute of Chemical Technologies and Analytics, Vienna (Austria)

In Carnuntum, Niederösterreich, befand sich während der Römischen Kaiserzeit ein großes Legionslager, aber auch eine Zivilstadt und daher konnten früher auf den Feldern viele Streufunde gesammelt werden [1, 2]. Ein derartiger Fund ist ein bronzener Fibelfuß, der in den 1950er Jahren gefunden wurde (Figur 1).

REM-EDX Analysen des metallischen Basiswerkstoffs ergaben 10 Gew.% Pb, 5,3 Gew.% Sn, 8 Gew.% Zn im Kupfer. Am polierten Schliff erkennt man das dunkle Pb, welches mit Cu nicht mischbar ist. Im REM-BSE Bild erscheint das Pb hell. Nach einer Klemm 2 Ätzung ist ein dendritisches Gefüge erkennbar, was auf die Herstellung mittels eines Gießverfahrens schließen lässt. Pb und die eutektoide Phase Cu41Sn11 liegen in den interdendritischen Bereichen vor.

Eine Besonderheit ist die vorliegende Korrosionsschicht. Diese enthält zwar auch die üblichen Korrosionsprodukte Cu2O und Malachit, jedoch liegt überwiegend der blaue Azurit vor. In den Azuritschichten sind auch Löcher enthalten, die auf ursprünglich vorhandene Textilfasern zurückzuführen sind. Wir nehmen an, dass die Azuritbildung auf geänderte Diffusionsbedingungen, aufgrund der anliegenden Textilien, zurückzuführen ist.


Abstract

Abstract

Erwerben Sie einen Zugang, um dieses Dokument anzusehen.

Poster

Poster

Erwerben Sie einen Zugang, um dieses Dokument anzusehen.

© 2026