Beschichtungsstoffe: Lacke und Anstrichmittel

Paints (Anstrichstoffe, Lacke) sind flüssige bis pastöse, in der Regel organisch gebundene Beschichtungsstoffe, die nach dem Auftragen einen festen, haftenden Film bilden. Sie dienen dem Korrosionsschutz, der dekorativen Gestaltung, der Funktionalisierung von Oberflächen (z.B. elektrische Isolation, Reflexionssteuerung) und dem Verschleißschutz.

Werkstoffwissenschaftlich bestehen Anstrichmittel typischerweise aus vier Hauptkomponenten: Bindemittel (Polymere wie Alkydharze, Epoxid-, Polyurethan- oder Acrylharze), Lösungs- bzw. Dispergiermittel (organische Lösemittel oder Wasser), Pigmente und Füllstoffe (anorganische oder organische Partikel zur Farbgebung, Deckkraft und mechanischen Verstärkung) sowie Additive (z.B. Netz- und Dispergierhilfen, Verlaufsmittel, UV-Absorber, Korrosionsinhibitoren).

Die Filmbildung erfolgt je nach System durch physikalische Trocknung (Lösemittelverdunstung, Koaleszenz von Polymerdispersionen), chemische Härtung (Polyaddition, Polykondensation, oxidative Vernetzung) oder Kombinationen daraus. Das resultierende Beschichtungssystem ist als dünnschichtiger Verbundwerkstoff zu verstehen, dessen Eigenschaften durch Grenzflächenaushärtung, Restspannungen und Pigment-Bindemittel-Interaktionen bestimmt werden.

Für die Anwendung sind Adhäsion zum Substrat, Kohäsion im Film, Barrierewirkung, chemische und thermische Beständigkeit, UV‑Stabilität sowie mechanische Kennwerte (Härte, Elastizität, Abriebfestigkeit) zentral. Moderne Entwicklungen umfassen wasserbasierte, lösemittelarme (VOC‑reduzierte) Systeme, Pulverlacke, nanostrukturierte und funktionelle Beschichtungen (z.B. selbstreinigend, antibakteriell, leitfähig), bei denen der Paint-Film gezielt als multifunktionaler Werkstoff ausgelegt wird.

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