Programme spielen in der Werkstoffwissenschaft eine zentrale Rolle, sowohl als Softwarewerkzeuge als auch als strukturierte Forschungs- und Konferenzprogramme. Im softwaretechnischen Sinn bezeichnen Programme formale Anweisungsfolgen, die auf digitalen Rechnern ausgeführt werden, um Daten zu verarbeiten, Simulationen durchzuführen oder Messdaten auszuwerten.
In der numerischen Werkstoffmodellierung kommen spezialisierte Programme zum Einsatz, z.B. Finite-Elemente‑Codes für mechanisches Verhalten, DFT‑Programme für elektronische Strukturrechnungen oder Kinetik‑Programme für Diffusions- und Phasenumwandlungsanalysen. Wesentliche Aspekte sind hierbei Validierung, Verifikation, Reproduzierbarkeit und die Schnittstellen zu Datenbanken und Hochleistungsrechnern. Programme werden zunehmend modular als Programmsysteme aufgebaut, in denen einzelne Komponenten für Prä‑/Postprocessing, Solver und Materialmodelle gekapselt sind.
In organisatorischer Hinsicht bezeichnet ein Programm auch die strukturierte Abfolge von Beiträgen in Konferenzen, Workshops oder Sommerschulen. Ein Konferenzprogramm legt Themenblöcke, Session-Struktur, Poster- und Plenarvorträge fest und spiegelt damit den Forschungsstand und strategische Schwerpunkte eines Fachgebiets wider. Für forschungsstrategische Planung sind außerdem mehrjährige Forschungsprogramme (z.B. Schwerpunktprogramme, EU‑Framework-Programme) relevant, die Mittel, Themenfelder und Kollaborationsstrukturen definieren.
Für die wissenschaftliche Qualität sind in beiden Bedeutungen klare Spezifikation, Dokumentation und transparente Schnittstellen entscheidend: bei Softwareprogrammen für die Nachvollziehbarkeit von Ergebnissen, bei Forschungs- und Konferenzprogrammen für die zielgerichtete Bündelung wissenschaftlicher Aktivitäten.
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