Repetition bezeichnet in der Werkstofftechnik primär die wiederholte, meist zyklische Beanspruchung eines Werkstoffs oder Bauteils durch mechanische, thermische oder chemische Lasten. Die Anzahl dieser Wiederholungen, häufig als Lastwechselzahl N beschrieben, ist eine zentrale Kenngröße in der Ermüdungs- und Lebensdauerauslegung.
Unter mechanischer Wiederholbeanspruchung werden periodische Spannungs- oder Dehnungskollektive verstanden (z.B. Zug-Druck-Wechsel, Biege- oder Torsionsschwelllasten). Wiederholte Lasten führen, selbst weit unterhalb der Streckgrenze, zu schleichender Schädigungsakkumulation (Mikrorissbildung, Versetzungsanordnung, Entfestigung) und letztlich zum Ermüdungsbruch. Dies wird u.a. durch Wöhlerkurven, Dauerfestigkeitskonzepte und bruchmechanische Ansätze quantifiziert.
Thermische Repetition (Temperaturwechsel) verursacht thermomechanische Spannungen infolge unterschiedlicher Ausdehnung, was zu thermischer Ermüdung führt. Wiederholte chemische bzw. korrosive Angriffe unter simultaner mechanischer Belastung resultieren in Korrosionsermüdung. In allen Fällen ist die Kombination aus Spannungsamplitude, Mittelspannung, Frequenz, Umgebung und der Gesamtzahl der Wiederholungen maßgeblich.
Auf mikroskopischer Ebene beschreibt Repetition die wiederholte Aktivierung von Versetzungssystemen, Phasenumwandlungen oder Diffusionsprozessen. Werkstoffauswahl, Wärmebehandlung, Mikrostrukturdesign und Oberflächenzustand werden gezielt so angepasst, dass die Widerstandsfähigkeit gegen schädliche Effekte vieler Lastrepetitionen maximiert wird.
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