Templating bezeichnet eine Klasse von Synthese‑ und Strukturierungsverfahren, bei denen ein vorgegebenes „Template“ (Schablone, Gerüst oder Muster) verwendet wird, um die Morphologie, Porosität oder Anordnung der entstehenden festen Phase gezielt zu steuern. Das Template kann dabei fest, flüssig oder supramolekular sein und wird meist nach der Strukturübertragung entfernt (opferbasiertes Templating), kann aber auch integraler Bestandteil des Endmaterials bleiben.
Ein zentrales Merkmal ist die indirekte Strukturkontrolle: Statt die Zielstruktur direkt aufzubauen, wird zunächst eine gut beherrschbare Template-Struktur erzeugt, deren Inversion oder Replikation zu Poren-, Kanal- oder Partikelarchitekturen mit definierten Längenmaßstäben führt. Dies reicht von nanoporösen Gerüsten (molekulare Templatierung mit Tensiden, Blockcopolymeren oder Biopolymeren) bis hin zu makro- und hierarchisch porösen Schäumen und Monolithen.
Spezielle Ausprägungen sind etwa Eis‑Templating (Gefrieren einer Suspension, Ausrichtung der Eiskristalle und anschließendes Sublimieren zu lamellaren/kanalartigen Porennetzen), Emulsionstemplating (Verfestigung der kontinuierlichen Phase um disperse Tropfen) oder die Opfer-Schablonenmethode mittels festen Partikeln oder Fasern. Biopolymer‑Templating nutzt biologische Strukturen als hierarchische Vorlagen.
Wesentliche Prozessparameter sind die Template-Morphologie, Benetzung, Wechselwirkungen zwischen Template und Vorläufer, sowie die Kinetik von Phasenübergängen (Gefrieren, Gelieren, Polymerisation, Trocknung). Templating ermöglicht die maßgeschneiderte Einstellung von Permeabilität, mechanischer Response, Transport- und funktionellen Eigenschaften und ist daher zentral für Katalyse, Energiespeicher, Membranen, Tissue Engineering und funktionelle Keramiken.
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