Transport in der Werkstofftechnik bezeichnet einerseits physikalische Transportprozesse (Wärme-, Stoff- und Ladungstransport) in und durch Werkstoffe, andererseits die spezifische Nutzung von Werkstoffen in Verkehrssystemen (Transportanwendungen). Beide Perspektiven sind eng miteinander verknüpft.
In Transportanwendungen – etwa in Automobil-, Luft- und Schienenfahrzeugen oder maritimen Systemen – bestimmen Werkstoffe maßgeblich Effizienz, Sicherheit und Lebensdauer. Zentrale Anforderungen sind hohe spezifische Festigkeit und Steifigkeit zur Gewichtseinsparung, Ermüdungs- und Korrosionsbeständigkeit für lange Einsatzdauern sowie geeignete tribologische Eigenschaften zur Reduktion von Reibungsverlusten. Leichtmetalllegierungen, faserverstärkte Verbunde und hochfeste Stähle sind typische Materialklassen.
Gleichzeitig müssen Transportprozesse innerhalb der Werkstoffe beherrscht werden. Wärmetransport beeinflusst etwa Thermoschockbeständigkeit von Bremskomponenten; Massentransport (Diffusion) steuert Alterung, Oxidation und Wasserstoffversprödung; Ladungstransport ist für Sensorik, Energiespeicher und elektrische Antriebe in Fahrzeugen entscheidend. Die gezielte Einstellung dieser Transportphänomene durch Mikrostrukturdesign (Phasenverteilungen, Defektdichte, Grenzflächen) ist ein Kerngebiet aktueller Forschung.
Moderne Transportanwendungen erfordern daher ein integratives Design, bei dem strukturelle, funktionale und Transporteigenschaften simultan optimiert werden – zunehmend unter Berücksichtigung von Lebenszyklus, Recyclingfähigkeit und CO₂-Bilanz.
© 2026