Trends in der Werkstofftechnik bezeichnen systematische, über Zeiträume hinweg beobachtbare Veränderungen in Eigenschaften, Einsatzgebieten, Herstellungsverfahren oder Forschungsprioritäten von Werkstoffen. Sie resultieren aus dem Zusammenspiel von technologischen Innovationen, ökonomischen Rahmenbedingungen, regulatorischen Vorgaben und gesellschaftlichen Anforderungen (z.B. Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz).
Ein zentraler Trend ist die Funktionsintegration, also die Entwicklung von Werkstoffen, die mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllen, etwa strukturelle Tragfähigkeit kombiniert mit Sensorik oder Energieumwandlung. Damit einher geht die zunehmende Bedeutung von multifunktionalen und hierarchisch aufgebauten Materialien.
Ein weiterer dominanter Trend ist die Digitalisierung der Werkstoffentwicklung: Datengetriebene Ansätze, High-Throughput-Experimentieren, Machine Learning und integrierte Computational Materials Engineering (ICME) verkürzen Designzyklen und erlauben eine zielgerichtete Eigenschaftsoptimierung.
Nachhaltigkeit prägt Trends hin zu ressourcenschonenden, recyclingfähigen und emissionsarmen Werkstoffen sowie zur Substitution kritischer Rohstoffe. Ebenso verschiebt sich der Fokus von rein mechanischen Kennwerten hin zu Lebenszyklus- und Zuverlässigkeitsanalysen unter realen Einsatzbedingungen.
Trends sind in der Regel nicht isoliert zu betrachten, sondern als dynamisches Feld sich überlagernder Entwicklungen in Chemie, Physik, Fertigungstechnik und Systemintegration. Für Forschende dienen sie als Orientierungsgröße für langfristige Programmplanung, Priorisierung von Forschungsfragen und strategische Kooperationen.
© 2026