
Das meiste Magnesium wird nach wie vor getrunken“. Spricht man so über ein inzwischen viel beachtetes strategisch ausgewiesenes Leichtmetall, das bekanntlich die Forderung nach geringem Gewicht, passabler Verarbeitbarkeit und großem Recyclingpotential in hohem Maße befriedigt?
Nach Jahren verstärkter Entwicklung können wir in der Tat sagen: Magnesium ist als Gebrauchsmaterial erwachsen geworden. Der Preis des Primärmaterials hat sich immer mehr an den des Aluminiums angeglichen, jedoch bestehen durch das Fehlen eines Sekundärkreislaufes und einer nach wie vor eingeschränkten Auswahl an maßgeschneiderten Legierungen sowie durch noch schwach entwickeltes Verarbeitungs-Know-How nach wie vor Defizite. Daher steht seine Verwendung z. B. in der Automobilindustrie noch deutlich hinter der von Aluminium und Kunststoffen zurück.
Aber gerade die Automobilindustrie, die herausgefordert ist, Ressourcen zu schonen und Emissionen zu senken, ist auch der größte Wachstumsmotor. Wichtige „klassische“ Magnesium-Erzeugerländer sind heute noch USA, Kanada und Israel. Nachdem Europa sich aus diesem Kreis zurückgezogen hat und China mit inzwischen mehr als 40 % Marktanteil in kürzester Zeit zum Weltmarktführer aufgestiegen ist, beginnt die Magnesiumindustrie angesichts einer stetig zunehmenden Nachfrage, sich dramatisch zu verändern. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, deren Schwerpunkt hauptsächlich in Europa liegt.
Vor diesem Hintergrund veranstalten wir vom 18.–20. November in Wolfsburg die 6. Internationale Magnesium-Tagung. Die Serie begann 1986, erhielt aber erst 1992 in Garmisch-Partenkirchen unter der Leitung von Prof. Mordike mit 250 Teilnehmern einen entscheidenden Schub und führte 1998 in Wolfsburg mit 430 Teilnehmern zu einem vorläufigen Rekord. Im Jahre 2000, unter der Leitung von Prof. Kainer, integrierten wir sie als Satellitenkonferenz in die Materials Week, ebenfalls mit großem Erfolg: Bei insgesamt 120 Beiträgen zählten wir in den Sälen des Münchner Kongresszentrums zwischen 330 und 400 Teilnehmer. Die Zusammensetzung war mit 60%-iger ausländischer Beteiligung wirklich international.
Wie in der Titanszene gibt es weitere Veranstaltungsreihen zu Magnesium, die aber nicht auf die gleiche Zielgruppe zielen und deshalb nicht wirklich konkurrieren: die Jahrestagung der International Magnesium Association – IMA, die regelmäßig auch in Europa stattfindet, aber stärker den kommerziellen Aspekt betont, eine Veranstaltung in Japan, die ausgesprochen wissenschaftlich strukturiert ist, sowie das sogenannte „Abnehmerseminar“ mit starkem Fortbildungscharakter, das von Prof. Klein seit vielen Jahren an der Fachhochschule Aalen durchgeführt wird.
Die DGM-Tagungsserie ist eine gute Mischung von allen und wird deshalb insbesondere von der IMA unterstützt. Z. B. lädt die IMA bei der Eröffnung in Wolfsburg zu einem Dinner mit einem international besetzten Panel zum Thema „EU-Umweltrichtlinien für die Magnesium-Industrie“ ein.
Was haben wir in diesem Jahr zu erwarten? Wie bei jeder Call-for-Papers-Tagung ist das Beitragsaufkommen immer ein früher Indikator, und das ist mit inzwischen 191 Beiträgen außerordentlich erfolgreich. Wir haben uns in diesem Jahr abgewöhnt, die Teilnehmerzahl nach klassischen Regeln zu extrapolieren. Aber ein gutes Gefühl vermittelt dieses erste Ergebnis schon, finden Sie nicht? Kommen Sie nach Wolfsburg, machen Sie den Erfolg komplett!
Peter Paul Schepp
Karl-Ulrich Kainer
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