Konfiguration bezeichnet im Kontext der Werkstoffwissenschaft den vollständigen, eindeutig bestimmbaren Zustand eines Systems hinsichtlich seiner relevanten Freiheitsgrade. Je nach Skala umfasst dies atomare Anordnungen (Gitterkonfigurationen), Defektverteilungen, Phasenanordnungen oder experimentelle und messtechnische Aufbauten.
Auf atomarer Ebene beschreibt die Konfiguration die Positionen und ggf. Besetzungen von Atomen im Kristallgitter. In der statistischen Thermodynamik werden makroskopische Zustandsgrößen als Mittelwert über alle möglichen Mikrokonfigurationen beschrieben. In der Simulation (z. B. Dichtefunktionaltheorie, Molekulardynamik) ist eine Konfiguration typischerweise ein definierter Satz von Atomkoordinaten und -arten samt Randbedingungen.
Auf experimenteller Ebene umfasst der Begriff auch die Anordnung und Parametrierung von Messsystemen. Beispiele sind die Defokus-Konfiguration in der Elektronenmikroskopie, in der durch gezielte Defokussierung Kontrastmechanismen verändert werden, oder Überlappungskonfigurationen in der Beugung und Tomografie, bei denen sich Strahlpfade bzw. Abtastbereiche überlagern, um Informationsdichte oder Auflösung zu erhöhen.
Die präzise Definition und Dokumentation von Konfigurationen ist essenziell für Reproduzierbarkeit, Vergleichbarkeit und Interpretation von Ergebnissen. In komplexen Mehrphasen- oder Mehrskalen-Systemen werden daher oft Ensembles von Konfigurationen betrachtet, um Streuungen und Unsicherheiten quantitativ zu erfassen.
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