Unter Konservierung versteht man im wissenschaftlich-technischen Kontext alle Maßnahmen, die den materiellen Zustand eines Objekts möglichst unverändert erhalten und dessen weiteren Verfall verlangsamen oder verhindern. Im Unterschied zur Restaurierung, die auf eine (teilweise) Wiederherstellung eines früheren Zustands zielt, ist Konservierung primär zustandserhaltend und minimalinvasiv.
Materialwissenschaftlich beruht Konservierung auf dem Verständnis von Abbau- und Alterungsmechanismen in Metallen, Polymeren, Keramiken, Gläsern, Verbundwerkstoffen und organischen Materialien. Wichtige Prozesse sind Korrosion, Hydrolyse, Oxidation, UV-induzierte Kettenbrüche, plastische Relaxation, Rekristallisation oder mikrobieller Abbau. Durch die Analyse dieser Mechanismen – etwa mittels Spektroskopie, Mikroskopie und mechanischer Prüfungen – werden konservatorische Strategien abgeleitet.
Konservierungsmaßnahmen lassen sich grob in präventive und interventive Konservierung einteilen. Präventive Konservierung umfasst die Kontrolle von Klima (Temperatur, relativer Feuchte), Licht, Schadgasen und mechanischen Belastungen sowie geeignete Verpackungs- und Lagerungssysteme. Interventive Konservierung beinhaltet gezielte Eingriffe wie Festigung (Konsolidierung), Entsalzung, Passivierung von Oberflächen, Applikation von Schutzschichten oder reversible Klebungen.
Ein zentrales Prinzip ist die Reversibilität bzw. zumindest gute Entfernbarkeit verwendeter Konservierungsstoffe, um zukünftige Maßnahmen nicht zu behindern. Ebenso wesentlich sind chemische und physikalische Verträglichkeit mit dem Originalmaterial sowie Langzeitstabilität. Die enge Verzahnung von Konservierungswissenschaft und Werkstofftechnik erlaubt die Entwicklung speziell angepasster Polymersysteme, Inhibitoren und Beschichtungen, die auf die besonderen Anforderungen von Kulturgut und technischen Objekten reagieren.
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