In der Werkstofftechnik bezeichnet der Begriff Änderungen alle zeitlichen oder räumlichen Modifikationen der Eigenschaften, Struktur oder Zusammensetzung eines Werkstoffs infolge innerer oder äußerer Einflüsse. Dies umfasst sowohl mikroskopische als auch makroskopische Ebenen und ist eng mit mikrostrukturellen Veränderungen und lokalen Änderungen verknüpft.
Auf mikrostruktureller Ebene werden Änderungen typischerweise durch Phasenumwandlungen, Ausscheidungsbildung, Kornwachstum, Rekristallisation oder Defektentwicklung (Versetzungen, Leerstellen, Stapelfehler) beschrieben. Solche Änderungen können durch thermische Behandlung, mechanische Belastung, chemische Reaktionen oder Strahlung induziert werden und führen direkt zu modifizierten mechanischen, thermischen, elektrischen oder korrosionsbezogenen Eigenschaften.
Lokale Änderungen betreffen räumlich begrenzte Bereiche, etwa Segregation an Korngrenzen, lokale Umformverfestigung, Schädigungsakkumulation (Mikrorisse, Poren) oder lokal begrenzte Phasenumwandlungen. Obwohl sie kleinräumig sind, können sie das globale Werkstoffverhalten maßgeblich bestimmen, etwa durch Initiierung von Rissbildung und Versagen.
Die Charakterisierung von Änderungen erfolgt mittels zeitaufgelöster und ortsaufgelöster Methoden wie in-situ-Röntgendiffraktometrie, Elektronenmikroskopie, Nanoindentierung oder lokaler Spektroskopie. Die Modellierung umfasst kontinuierliche Ansätze (z.B. Phasenfeld, Kontinuumsmechanik) ebenso wie atomistische Simulationen (Molekulardynamik, Dichtefunktionaltheorie). Ein tiefes Verständnis der relevanten Änderungen ist Grundlage für das gezielte Eigenschaftsdesign, Lebensdauervorhersage und Zuverlässigkeitsbewertung technischer Werkstoffe.
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