Durchmesser in der Werkstoff- und Fertigungstechnik

Der Durchmesser bezeichnet in der Werkstoff- und Fertigungstechnik die lineare Abmessung einer kreisförmigen oder zylindrischen Geometrie, gemessen entlang einer Geraden durch den Mittelpunkt. Er ist eine fundamentale Kenngröße zur Beschreibung von Proben, Halbzeugen (z.B. Drähte, Stäbe) und Bearbeitungswerkzeugen (z.B. Bohrer, Fräser).

Messtechnisch wird zwischen Nenndurchmesser (z.B. in Zeichnungen und Normen) und dem tatsächlichen, gemessenen Durchmesser unterschieden. Fertigungstoleranzen definieren zulässige Abweichungen, wobei für rotationssymmetrische Bauteile oft Mittelwerte aus mehreren Messrichtungen verwendet werden, um Formabweichungen (Ovalität, Konizität) zu berücksichtigen.

In der Werkstoffprüfung beeinflusst der Proben­durchmesser direkt die Spannungsberechnung, z.B. in Zugversuchen, Kerbschlagbiegeversuchen oder Härteeindringprüfungen. Eine präzise Durchmesserbestimmung ist hier Voraussetzung für die korrekte Ermittlung von Werkstoffkennwerten wie Streckgrenze oder Zugfestigkeit.

In der Fertigungstechnik ist der Durchmesser von Werkzeugen und Strahlen zentral: Beim Bohren und Fräsen definiert er die erzeugte Bohrungs- bzw. Konturgröße. Beim Laser- oder Elektronenstrahlschweißen beschreibt der Spotdurchmesser den effektiven Durchmesser des Energieeintrags auf der Werkstückoberfläche und bestimmt Auflösung, Einbrandtiefe und Wärmeeinflusszone.

Mehrere Durchmesser ("diameters") können bei komplexen Bauteilen auftreten (Stufenwellen, abgestufte Drähte). Ihre genaue Spezifikation und Kontrolle ist essenziell für Passungen, Montagefähigkeit und die Übertragbarkeit mechanischer Kennwerte.

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