Unter dem Begriff Fabric bzw. Fabrics werden in der Werkstofftechnik textile Flächengebilde verstanden, die aus Faser- oder Filamentstrukturen aufgebaut sind. Sie bilden eine zentrale Werkstoffklasse für technische Anwendungen, etwa in Faserverbundwerkstoffen, Filtrationsmedien, Membranen, Schutz- und Funktionsbekleidung oder als Verstärkungsstrukturen für Betone und Polymere.
Grundsätzlich lassen sich Gewebe (gekreuzte Fadensysteme), Gestricke/Gewirke (schlaufenbildende Systeme) und Vliesstoffe (nicht gewebte Strukturen) unterscheiden. Diese textilen Architekturen definieren die anisotropen mechanischen Eigenschaften, wie Steifigkeit, Festigkeit, Dehnungsverhalten und Schädigungsmechanismen (z.B. Delamination, Faserabzug, Fadenverschiebung). Neben der Faserart (z.B. Glas, Kohlenstoff, Aramid, Hochleistungs-Polyolefine) bestimmen Bindung, Fadendichte und Lagenaufbau maßgeblich das makroskopische Werkstoffverhalten.
Multifunktionale Vliese stellen eine Unterklasse nicht gewebter Fabrics dar, bei denen durch Fasermischungen, funktionelle Ausrüstungen oder Nanopartikel zusätzliche Funktionen wie Flammschutz, antimikrobielle Wirkung, Sensorik oder elektrische Leitfähigkeit integriert werden. 3D-Gewebe erweitern klassische zweidimensionale Gewebe um eine definierte Dickendimension, etwa durch Abstandsfäden oder mehrlagige Bindungen. Sie ermöglichen lastgerechte, durch-thickenss-verstärkte Strukturen mit verbesserter Schub- und Delaminationsbeständigkeit, was insbesondere für Faserverbundlaminate von Bedeutung ist.
Für die werkstofftechnische Charakterisierung von Fabrics sind neben konventionellen Zug- und Biegeversuchen auch textilspezifische Prüfungen (Drapierbarkeit, Durchstoßfestigkeit, Permeabilität) relevant. Die gezielte Auslegung von Fabrics als funktionale Verstärkungs- oder Funktionsschichten ist ein Schlüsselthema in der Entwicklung moderner, hierarchisch aufgebauter Hochleistungswerkstoffe.
© 2026