Fittings (Armaturen, Rohrverbindungsstücke) sind Bauteile zur lösbaren oder dauerhaften Verbindung, Umlenkung oder Aufteilung von Rohrleitungen und Schläuchen. In der Werkstoff- und Verbindungstechnik sind sie kritische Elemente, da sie häufig die mechanisch und korrosionstechnisch am höchsten beanspruchten Stellen in einem Leitungssystem darstellen.
Werkstoffseitig kommen vor allem unlegierte und rostfreie Stähle, Kupferlegierungen, Nickelbasislegierungen sowie thermoplastische Kunststoffe (z. B. PVDF, PEEK) zum Einsatz. Die Werkstoffwahl erfolgt nach Betriebsdruck, -temperatur, Medium, Korrosions- und Ermüdungsbeanspruchung. Besondere Bedeutung haben Gefügeausbildung, Reinheit und Oberflächenbeschaffenheit, da Kerben und Inhomogenitäten zu Leckage oder Sprödbruch führen können.
Bezüglich der Form- und Kraftübertragung unterscheidet man u. a. Gewindefittings, Schweißfittings, Löt- und Klebefittings, Pressfittings sowie lösbare metallische Systeme wie Schneidringverschraubungen oder Schrumpfsitze. Bei Schneidringverschraubungen erfolgt die Dicht- und Haltefunktion über eine lokal plastische Verformung des Rings in die Rohrwand, während Schrumpfsitze auf definierten Interferenzen und thermisch induzierter Passung beruhen.
Für die Auslegung werden Druckbehälter- und Rohrleitungsnormen (z. B. EN, ASME) herangezogen; numerische Methoden (FEM) unterstützen Spannungsanalyse, Ermüdungsbewertung und Optimierung der Geometrie. Prüfungen umfassen u. a. Druck-, Heliumleck- sowie thermomechanische Zyklen- und Korrosionsversuche. Gerade in sicherheitsrelevanten Anwendungen (Chemieanlagen, Hochdruck-Hydraulik, Nukleartechnik) sind reproduzierbare Fertigungsprozesse und eng tolerierte Passungen entscheidend für die Betriebssicherheit.
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