Identifier (Bezeichner, Kennungen) sind formale, meist alphanumerische Zeichenketten, die ein Objekt – z. B. einen Werkstoff, ein Bauteil oder einen Datensatz – eindeutig und dauerhaft referenzierbar machen. In der Werkstofftechnik sind sie zentral für die zuverlässige Zuordnung von Messdaten, Simulationsergebnissen, Spezifikationen und realen Materialchargen.
Wesentliche Anforderungen an Identifier sind Eindeutigkeit, Persistenz und Maschinenlesbarkeit. Eindeutigkeit verhindert Mehrdeutigkeiten zwischen unterschiedlichen Werkstoffen oder Datenquellen. Persistenz stellt sicher, dass Verweise auch nach Jahren noch gültig sind, selbst wenn Datenbanken migriert oder umorganisiert werden. Maschinenlesbarkeit ermöglicht automatisierte Workflows, etwa in Laborinformations- und Datenmanagementsystemen.
Digitale Materialidentifikatoren sind spezielle Identifier, die einzelnen Werkstoffen oder Werkstoffzuständen (Legierung, Wärmebehandlung, Mikrostruktur) zugeordnet werden. Sie können auf allgemeinen Mechanismen wie Uniform Resource Identifier (URI) oder Persistenten URLs (PURL, PID) aufsetzen. Dabei dient der URI als formaler Rahmen, während persistente Identifier durch Registries (z. B. Handle, DOI-Systeme) auf langfristige Auflösbarkeit in konkrete Datenquellen abgebildet werden.
Für reproduzierbare Forschung und die FAIR-Prinzipien (Findable, Accessible, Interoperable, Reusable) sind konsistent definierte Identifier essenziell. Sie ermöglichen die eindeutige Verknüpfung von Publikationen, Experimentdaten, Simulationsmodellen und Referenzwerkstoffen und bilden damit eine zentrale Infrastrukturkomponente datengetriebener Werkstoffwissenschaft.
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