Markierungen in der Werkstofftechnik bezeichnen gezielt eingebrachte, meist lokal begrenzte Veränderungen von Oberfläche oder Volumen eines Werkstoffs, die der Identifikation, Funktionsintegration oder Strukturaufklärung dienen. Markierungen können optisch, elektronisch, chemisch, magnetisch oder strukturell lesbar sein.
Ein zentrales Unterscheidungsmerkmal ist die Art der Wechselwirkung mit dem Werkstoff: Bei der Lasermarkierung wird durch lokale Erwärmung, Schmelzen, Abtragen oder Umwandlung (z. B. Anlassen, Karbonisieren von Polymeren) ein dauerhafter Kontrast erzeugt. Diffraktive Markierungen beruhen auf periodischen Mikro- oder Nanostrukturen, die das einfallende Licht beugen und so spektral oder winkelabhängige Signaturen erzeugen (z. B. Sicherheitsmerkmale, Strukturcharakterisierung).
Plasmonische Markierungen nutzen lokalisierte Oberflächenplasmonresonanzen metallischer Nanopartikel oder -strukturen. Durch definierte Geometrie, Größe und Anordnung wird ein materialspezifisches optisches Antwortspektrum eingestellt, das hohe Sensitivität, Multiplexfähigkeit und teilweise Nanoskaligkeit der Markierung erlaubt.
Für die Werkstoffwissenschaft sind neben der Lesbarkeit die Stabilität unter thermischer, mechanischer und chemischer Belastung sowie die Beeinflussung der Werkstoffeigenschaften wesentlich. Markierungen dürfen Bauteilfestigkeit, Korrosionsverhalten oder Biokompatibilität nur kontrolliert verändern. Zudem spielen Herstellbarkeit (z. B. mittels skalierbarer Laserprozesse), Auflösung, Fälschungssicherheit und Kompatibilität mit Inline-Analytik eine zentrale Rolle.
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