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02.11.2016 (CET)
Untersuchungen zur automatischen Klassifikation von Lamellengraphit mit Hilfe des Stützvektorverfahrens
Kathrin Roberts, Gerhard Weikum, and Frank Mücklich
Kurzfassung

Die unterschiedliche Graphitausbildung in Gusseisen ist wesentlich für die mechanischen Eigenschaften dieses Werkstoffes. Deshalb wurden in der Norm EN ISO 945:1994 sechs generelle Formen für die Graphitausbildung und darunter für den Lamellengraphit fünf Anordnungsklassen definiert. Die subjektive Klassifikation letzterer kann zu widersprüchlichen Ergebnissen führen und sollte durch ein objektives Klassifizieren mit Hilfe der Bildanalyse möglichst ersetzt werden.

Vorgestellt wird der Einsatz des Stützvektorverfahrens bei dem durch Berechnung einer separierenden Hyperebene mit maximaler Bandbreite im m-dimensionalen Raum binär klassifiziert wird. Die Lage der Hyperebene wird von Stützvektoren definiert, die durch Messung bildanalytischer Kenngrößen an Trainingsbildern ermittelt werden. In dieser Untersuchung wurden zu jedem Bild sechs stereologische Parameter und 14 Haralick-Parameter errechnet. Die Trainingsbasis waren 350 von Experten klassifizierten Trainingsbilder. Untersucht wurde die Klassifikationsgüte des Stützvektorverfahrens. Außerdem war es möglich die Relevanz der 20 Parameter für die Klassifikation der einzelnen Graphitanordnungen zu bestimmen. Das Stützvektorverfahren erscheint als interessantes Klassifikationsverfahren aus dem Bereich “Maschinelles Lernen”, das zukünftig auch allgemeiner für metallographische Bilder eingesetzt werden kann.

 

 

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Kathrin Roberts, Gerhard Weikum, and Frank Mücklich (2005). Untersuchungen zur automatischen Klassifikation von Lamellengraphit mit Hilfe des Stützvektorverfahrens. Practical Metallography: Vol. 42, No. 8, pp. 396-410. doi: 10.3139/147.100272 © Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG ISSN 0032-678X

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