Universität Stuttgart
Über die historische Entwicklung von Verbundwerkstoffe ist bisher kaum etwas bekannt. Obwohl immer wieder bruchstückhaft einzelne Episoden Erwähnung finden, werden sie in der Regel nur im Rahmen von werkstofftechnischen Leistungsparametern als Mittel zum Zweck kontextualisiert. Eine Fokussierung auf das Material selbst findet kaum statt.
In seiner Darstellung zur Geschichte der Materialforschung hat der Stuttgarter Ingenieur, Wissenschafts- und Technikhistoriker Andreas Haka erstmalig werkstofftechnische Forschungs- und Entwicklungsstrategien zu hybriden Werkstoffen des 19. und 20. Jahrhunderts untersucht. Dabei stieß er auf eine Vielzahl von Fakten, welche einen Pendelgang zwischen konstruktiver Anwendung und werkstofftechnischer Sondierung bei diesen „Baukastenwerkstoffen“ konstatieren. Bereits 1794 hielt ein Wittenberger Hochschullehrer die technische Nutzung von Faserstoffen fest, deren Wirkprinzipen zu Beginn des 20. Jahrhunderts erstmals im Zusammenhang mit frühen Verbundwerkstoffen thematisiert wurden. Und eine bionische Vorlage war die Basis der ersten dynamisch belasteten Konstruktion, welche komplett aus einem Faserverbund in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gefertigt wurde. Die umfassende Untersuchung stellt die Entwicklung und Bedeutung der Verbundwerkstoffe in einem historischen Kontext dar.
Abstract
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