56. Metallographie-Tagung 2022 - Materialographie
Oral-Poster-Präsentation
21.09.2022
Ein himmlisches Schwert – Schmieden eines Champo del Cielo Meteoriten
RH

Prof. Dr. Roland Haubner

Technische Universität Wien

Haubner, R. (V)¹; Scheiblechner, W.²; Schubert, W.-D.¹; Strobl, S.¹
¹Technische Universität Wien; ²Kunstschmied, Palfau (Austria)
Vorschau
4 Min. Untertitel (CC)

Ein Eisenmeteorit aus Argentinien mit der Bezeichnung „Champo del Cielo“ (Bild 1a) wurde nach einer eingehenden Untersuchung [1] bei Temperaturen von etwa 1100 °C geschmiedet. Bei einem Gewicht von ca. 1,5 kg hätte ein Schwert entstehen sollen. Da der Meteorit beim Schmieden zerfiel, sind nur 2 kleinere Messer entstanden.
Dieser Meteorit ist als grober Oktaedrit der Gruppe IA klassifiziert und RFA Analysen ergaben neben Fe auch etwa 7 Gew.% Ni. 1,5 Gew.% Co, sowie Mg, Si, Al, S und P.
Die metallische Matrix des Meteoriten besteht aus Kamacit (alpha-(Fe,Ni)) und geringen Mengen an Taenit (gamma-(Fe,Ni)). In der Matrix ist in verschiedenen Größen Schreibersit (Fe, Ni, Co)3P verteilt. Lokal angereichert wurden auch Graphit, Troilit (FeS) und Olivin ((Mg,Fe)2SiO4) nachgewiesen. Durch die Wärmebehandlung ist der Kamacit rekristallisiert und dadurch sind auch die, für Meteoriten typischen, Neumannschen Linien verschwunden. Der Schreibersit schmilzt auf und Phosphor diffundiert in die umgebende Matrix. Lokal wurde Zwischenstufe und Martensit nachgewiesen, was vermutlich auf die Auflösung des Graphits zurückzuführen ist.
Vergleiche mit den Untersuchungsergebnissen am Dolch von Tutanchamun können angestellt werden [2].

Abstract

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