55. Metallographie-Tagung 2021 - Materialographie
Vortrag
30.09.2021
Porosität in medizinischen Bohrern hervorgerufen durch gebrochene Karbide – eine Nachschau
SS

Dr. Susanne Strobl

Strobl, S. (V)¹; Haubner, R.¹
¹Technische Universität Wien
Vorschau
15 Min. Untertitel (CC)

Im Jahre 2010 wurde routinemäßig das Gefüge eines Bohrers aus der Veterinärmedizin untersucht. [1] Dabei stellte sich heraus, dass im Gefüge Risse vorlagen, welche auf gebrochene, große Karbide zurückgeführt werden konnte. Bei der Untersuchung von Bohrern aus der Humanmedizin wurden damals ebenfalls Risse, aufgrund gebrochener Karbide, gefunden. [2, 3] Da diese Risse auch an der Oberfläche beobachtet wurden, könnten Verunreinigungen in die Risse gedrückt werden und bei der normalen Reinigungsprozedur nicht entfernt werden. Komplikationen bei mehrfacher Verwendung derartiger Bohrer könnten nicht ausgeschlossen werden. Die Hersteller der Bohrer wurden jedenfalls über die Sachlage informiert und Vorschläge für geeignetere, andere Stähle gemacht.

10 Jahre danach wollten wir nachsehen, ob Änderungen in der Materialauswahl durchgeführt wurden. Die Untersuchungen waren eher ernüchternd, denn in aktuellen Bohrern (Bild 1 a-c) sind noch immer Risse zu finden. Interessanterweise wurden auch Bohrer mit MnS Einschlüssen gefunden (Bild 1 d-f). REM-EDX Analysen ergaben etwa 14 Gew.% Cr, 0,8 Gew.% Mn, 0,5 Gew.% S. Dies entspricht Stählen der Qualität 1.4005 bzw. 1.4104 mit den Anwendungsbereichen „Rost- und säurebeständiger Stahl / Automatenstahl“.


Abstract

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