Quellen in der Materialcharakterisierung und -modellierung

Der Begriff Quelle (source) bezeichnet in den Materialwissenschaften allgemein den Ursprung eines physikalischen, chemischen oder informationellen Beitrags zu einem System. Dies umfasst u.a. Ionenquellen, Strahlungsquellen, Fehlerquellen in Messungen sowie Herkunftsquellen von Daten und Literatur.

Physikalisch-technische Quellen, etwa Ionenquellen oder FAPA-Quellen (Flowing Atmospheric Pressure Afterglow), dienen der Erzeugung wohldefinierter Teilchen- oder Strahlungsflüsse. In Oberflächenanalytik und Massenspektrometrie bestimmen Quellendesign, Emissionsrate, Energie- und Ladungsverteilung maßgeblich Auflösung, Nachweisgrenze und Strahlenschädigung des Werkstoffs. Vergleichbar gilt dies für Röntgen- oder Neutronenquellen in der Streuungs- und Diffraktionsanalyse.

Im experimentellen Design ist die eindeutige Quellenzuordnung essentiell: Gemessene Signale müssen eindeutig auf zugrundeliegende physikalische oder chemische Quellen (z.B. bestimmte Defektpopulationen, Phasen oder Verunreinigungen) zurückgeführt werden. Fehlende oder falsche Quellenzuordnung führt zu systematischen Fehlern, die sich bis in Werkstoffmodelle und Lebensdauervorhersagen fortpflanzen.

Schließlich spielt die Dokumenten- und Datenquelle eine zentrale Rolle für Reproduzierbarkeit und Metaanalysen. Detaillierte Angabe experimenteller Quellen (Gerätetyp, Quellkonfiguration, Kalibrierstand) und Literaturquellen ist Voraussetzung für Vergleichbarkeit von Materialdatenbanken, Mehrskalenmodellen und standardisierten Prüfverfahren.

Neue Inhalte

Beliebte Inhalte

© 2026