In den Werkstoffwissenschaften bezeichnet Removal allgemein die gezielte Entfernung von Stoffen, Phasen oder Schichten aus einem System, um definierte chemische, strukturelle oder funktionale Eigenschaften zu erzielen. Der Begriff umfasst sowohl makroskopische Vorgänge (z. B. Implantatentfernung) als auch mikroskopische und atomare Prozesse (z. B. Entbinderung oder Dekontamination von Legierungen).
Typische Beispiele sind die Binderentfernung in der Pulvermetallurgie und beim Metallpulverspritzguss, bei der organische Binder thermisch, chemisch oder katalytisch aus dem Grünkörper entfernt werden, ohne die Partikelstruktur zu schädigen. Ähnlich kritisch ist die Deformationsschichtentfernung nach spanender Bearbeitung, um kaltverfestigte Randzonen und Eigenspannungen durch Ätzen, Schleifen oder elektrochemische Verfahren zu eliminieren.
Die Metallentfernung (z. B. Nickel- oder Eisenentfernung) aus Lösungen oder Oberflächen erfolgt häufig durch Fällung, Ionenaustausch, Sorption an Funktionsmaterialien oder elektrochemische Abscheidung. Im Bereich der Funktionsflüssigkeiten und Umwelttechnik ist die Farbstoffentfernung sowie die CO₂-Entfernung zentral, etwa mittels poröser Adsorbentien, Membranen oder chemischer Absorption.
Wesentlich für alle Entfernungsprozesse sind thermodynamische Triebkräfte (Löslichkeitsprodukte, Adsorptionsisothermen, Gleichgewichtspartitionierung) und kinetische Aspekte (Diffusion, Reaktionskinetik, Transportphänomene). Die gezielte Gestaltung von Removal-Prozessen erfordert daher eine enge Kopplung von Prozessführung, Werkstoffauswahl und Mikrostrukturcharakterisierung, um Nebenreaktionen, Schädigung der Matrix und Rückstände minimieren zu können.
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