Im ingenieurwissenschaftlichen Kontext bezeichnet "Gewicht" die durch das Schwerefeld verursachte Kraft auf eine Masse. Streng genommen ist zwischen Masse (materialspezifische Eigenschaft, ortsunabhängig) und Gewichtskraft (ortsabhängig, proportional zur lokalen Fallbeschleunigung) zu unterscheiden. In der Praxis der Werkstoff- und Strukturauslegung wird der Begriff Gewicht jedoch häufig synonym für Masse verwendet, insbesondere bei Fragen der Gewichtsreduktion.
Gewicht ist eine zentrale Zielgröße in Bereichen wie Luft- und Raumfahrt, Automobilbau, Energietechnik und Medizintechnik. Eine Reduktion des Strukturgewichts führt typischerweise zu verringertem Energiebedarf, höheren Nutzlasten oder verbesserter Dynamik. Dies beeinflusst maßgeblich die Werkstoffwahl (z.B. Leichtmetalllegierungen, faserverstärkte Kunststoffe, hochfeste Stähle) und die Topologieoptimierung von Bauteilen.
Werkstoffseitig stehen dabei Kenngrößen wie Dichte, spezifische Festigkeit und spezifische Steifigkeit im Vordergrund. Konstruktiv kommen Strategien wie Funktionsintegration, lastpfadgerechtes Design und additive Fertigung zum Einsatz, um Gewicht bei gleichzeitiger Einhaltung von Sicherheits- und Lebensdauerkriterien zu minimieren. Gewichtsreduktion ist zudem stets mit Anforderungen an Kosten, Nachhaltigkeit, Fertigbarkeit und Recyclingfähigkeit abzugleichen.
Für eine präzise wissenschaftliche Kommunikation ist die saubere Trennung von Masse (in kg) und Gewichtskraft (in N) wesentlich, auch wenn in technischen Spezifikationen der Begriff "Gewicht" häufig weiterhin massenbezogen verwendet wird.
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