Fraktographie bezeichnet die wissenschaftliche Analyse von Bruchflächen, die bei der Untersuchung von Materialversagen in Metallen, Kunststoffen, Keramiken und anderen Werkstoffen eine zentrale Rolle spielt. Durch die detaillierte Betrachtung der Bruchmuster können Ursachen wie mechanische Überlastung, Ermüdung, Korrosion oder Fertigungsfehler identifiziert werden. Die gewonnenen Erkenntnisse ermöglichen Rückschlüsse auf das Beanspruchungsverhalten und die Geschichte des Materials.
Die Methode steht in enger Verbindung zu anderen analytischen Techniken, wie der Materialcharakterisierung und der Mikrostrukturuntersuchung. Mit modernen Verfahren, beispielsweise der Rasterelektronenmikroskopie (REM), lassen sich Bruchflächen auf mikroskopischer Ebene betrachten. Dies erlaubt nicht nur die Identifikation von Fehlerursachen, sondern auch die Bewertung von Übergängen von sprödem zu duktilen Versagen. Beispiele hierfür sind die Analyse von Ermüdungsbrüchen in Bauteilen oder die Untersuchung von Legierungsbrüchen in technischen Anwendungen.
Die Fraktographie liefert somit wesentliche Informationen, die zur Optimierung von Werkstoffen und Fertigungsprozessen beitragen, was letztlich zu sichereren und langlebigeren Produkten führt.
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