Der Begriff miscellaneous (sonstig, miszellig) bezeichnet in der Werkstofftechnik eine Gruppe von Materialien, Phänomenen oder Datensätzen, die keiner etablierten, klar definierten Kategorie (z.B. Metalle, Keramiken, Polymere, Verbunde) eindeutig zugeordnet werden können. Er fungiert typischerweise als Sammelbegriff in Datenbanken, Normen, Versuchsdokumentationen oder Klassifikationsschemata.
Auf Werkstoffebene umfasst die Kategorie „sonstige“ häufig exotische oder neuartige Werkstoffe (z.B. neuartige Hybridstrukturen, funktionale Gradientenwerkstoffe, Metamaterialien) sowie Spezialanwendungen, für die noch keine allgemein akzeptierte Nomenklatur existiert. In experimentellen Studien werden unter „miscellaneous“ zudem Randfälle erfasst, etwa atypische Probengeometrien, spezielle Oberflächenmodifikationen oder nicht standardisierte Umgebungsbedingungen.
Wissenschaftlich problematisch ist, dass eine Sammelkategorie die Vergleichbarkeit und Metaanalyse erschwert, da mechanische, thermische oder chemische Kennwerte unterschiedlichster Systeme vermischt werden. Für statistische Auswertungen und Machine-Learning-Ansätze in der Werkstoffinformatik ist daher eine schrittweise Verfeinerung solcher „miscellaneous“-Kategorien zu wohldefinierten Klassen essenziell. Eine klare Dokumentation der Kriterien, nach denen ein Eintrag als „miscellaneous“ geführt wird, ist aus Gründen der Reproduzierbarkeit und Nachnutzbarkeit von Daten zwingend erforderlich.
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