Der Begriff Ressourcen bezeichnet in der Werkstofftechnik alle natürlich vorkommenden oder technisch rückgewinnbaren Stoffströme, die zur Bereitstellung von Werkstoffen, Energie und Prozesshilfsmitteln benötigt werden. Er umfasst primäre Rohstoffe (Erze, fossile Energieträger, Mineralien, Biomasse) sowie Sekundärressourcen aus Recycling- und Rückgewinnungsprozessen.
Aus materialwissenschaftlicher Sicht ist die Differenzierung nach Verfügbarkeit, Erneuerbarkeit und Kritikalität zentral. Kritische Rohstoffe weisen hohe wirtschaftliche Bedeutung bei gleichzeitig erhöhtem Versorgungsrisiko auf (z. B. Seltene Erden, bestimmte Platingruppenmetalle). Erneuerbare Ressourcen bzw. nachwachsende Rohstoffe (z. B. lignocellulosische Biomasse) stehen im Prinzip in menschlichen Zeitmaßstäben wieder zur Verfügung, unterliegen jedoch Flächen-, Wasser- und Biodiversitätsrestriktionen.
Ressourcen sind eng mit dem Konzept des natürlichen Kapitals verknüpft, das die Gesamtheit der ökologischen Bestände (Lagerstätten, Böden, Ökosysteme) beschreibt, aus denen Stoff- und Energieströme für die Werkstoffbereitstellung entnommen werden. Für die Entwicklung nachhaltiger Werkstoffsysteme sind der Lebenszyklus der Materialien (von der Gewinnung über die Nutzung bis zur End-of-Life-Phase), Ressourceneffizienz, Substitutionsstrategien und die Erhöhung der Sekundärrohstoffquoten zentrale Forschungsfelder.
Insgesamt verschiebt sich der Fokus von der reinen Verfügbarkeit einzelner Rohstoffe hin zu einer systemischen Betrachtung von Ressourcenströmen, Stoffkreisläufen und deren Einbettung in ökonomische und ökologische Rahmenbedingungen.
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