Unter Sortierung versteht man in der Werkstofftechnik alle Verfahren zur Auftrennung von Stoffströmen in möglichst homogene Fraktionen. Ziel ist die Erhöhung der stofflichen Reinheit hinsichtlich chemischer Zusammensetzung, Gefüge, Dichte, Partikelgröße oder Bauteilgeometrie, um nachfolgende Prozessschritte wie Recycling, Wiederverwendung oder Qualitätssicherung zu optimieren.
Technisch werden mechanische, physikalische und sensorbasierte Sortieransätze unterschieden. Mechanische Verfahren (z. B. Sieb‑ und Windsichtung) trennen primär nach Korngröße und Dichte. Physikalische Verfahren nutzen Unterschiede in magnetischen, elektrischen oder optischen Eigenschaften. Sensorbasierte Sortierung – etwa Röntgenfluoreszenz‑Sortierung zur Legierungserkennung oder Nahinfrarot‑basierte Kunststoffsortierung – erlaubt eine materialspezifische Identifikation einzelner Partikel oder Bauteile im Durchlauf.
In der Schrott‑ und Kunststoffsortierung ist hohe Trennschärfe entscheidend, um Sekundärrohstoffe mit definierten Spezifikationen zu erzeugen und Elementverunreinigungen (z. B. Cu in Stahl, halogenierte Flammschutzmittel in Polymeren) zu minimieren. Spezialisierte Verfahren existieren u. a. für CFK‑Sortierung, bei der Faser‑ und Matrixanteile sowie unterschiedliche Faserqualitäten separiert werden müssen.
Zunehmend kommen KI‑gestützte Sortierungen zum Einsatz, bei denen Bildgebung, Spektroskopie und Machine‑Learning‑Modelle kombiniert werden, um komplexe Materialmixe automatisiert und adaptiv zu klassifizieren. Im biomedizinischen Bereich umfasst Sortierung auch automatisierte Zellsortierung, bei der einzelne Zellen nach Oberflächenmarkern oder funktionellen Eigenschaften selektiert werden.
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