Lebensmittel sind weit mehr als nur Nahrungsquellen – sie stellen komplexe, natürliche Materialien dar, deren strukturelle Eigenschaften und Verarbeitungsprozesse zunehmend im Fokus moderner Forschung stehen. Aufgrund ihrer Zusammensetzung aus Proteinen, Kohlenhydraten, Fetten und Wasser bilden sie ein multifunktionales Kompositmaterial, das hinsichtlich Textur, Stabilität und sensorischer Eigenschaften vergleichbar mit technischen Werkstoffen untersucht wird.
Im Rahmen innovativer Ansätze wird der Einfluss von mikroskopischen Strukturen und molekularen Wechselwirkungen auf das Mundgefühl, die Lagerfähigkeit und den Nährwert von Lebensmitteln erforscht. Beispiele hierfür finden sich in der Entwicklung von Emulsionen, Gelen und Schäumen, bei denen physikalisch-chemische Prozesse eine wesentliche Rolle spielen – ähnlich wie bei Werkstoffverbundsystemen in der Technik.
Die aktuelle Forschung hat auch den Aspekt der Nachhaltigkeit in den Vordergrund gerückt. Insbesondere pflanzenbasierte und nachhaltige Lebensmittel stehen im Zentrum, um ressourcenschonende Herstellungsprozesse und eine Reduktion ökologischer Fußabdrücke zu fördern. Dabei fließen Erkenntnisse aus der Oberflächenchemie und der Prozessoptimierung direkt in die Lebensmittelindustrie ein, um Produkte mit verbesserten funktionalen Eigenschaften und längerer Haltbarkeit zu entwickeln.
Diese interdisziplinäre Betrachtung von Lebensmitteln als Werkstoffe ermöglicht es, traditionelle Produktionsmethoden zu hinterfragen und zukunftsweisende Technologien zu integrieren, die sowohl ökonomische als auch ökologische Vorteile bieten.
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