Magnete sind Werkstoffe oder Bauteile, die ein statisches Magnetfeld erzeugen und damit Kräfte auf ferromagnetische oder elektrisch leitfähige Körper ausüben. In der Werkstofftechnik wird streng zwischen Dauermagneten (Permanentmagneten) mit stabiler Remanenz und weichmagnetischen Werkstoffen mit geringer Koerzitivfeldstärke unterschieden.
Permanente Magnete basieren überwiegend auf ferromagnetischen Phasen mit hohem Magnetokristallin‑Anisotropieenergieprodukt. Klassische Systeme sind Ferrite (z. B. BaFe12O19) sowie metallische Legierungen wie AlNiCo. Höchstleistungsmagnete werden heute meist durch Seltenerdmagnete, insbesondere Nd‑Fe‑B‑Magnete (Nd2Fe14B‑Phase) und Sm‑Co‑Systeme, realisiert. Sie zeichnen sich durch hohe Remanenz, große Koerzitivfeldstärke und ein hohes maximal erreichbares Energieprodukt (BH)max aus.
Die Mikrostrukturkontrolle ist entscheidend: Sintermagnete werden durch Pulvermetallurgie mit nachfolgender Texturierung und Kornfeineinstellung hergestellt, um die magnetische Anisotropie zu maximieren. Polymergebundene Magnete bestehen aus magnetischem Pulver in einer polymeren Matrix; sie ermöglichen komplexe Geometrien und integrative Fertigungsprozesse (z. B. Spritzguss) bei etwas reduzierten magnetischen Kennwerten.
Für das anwendungsspezifische Design von Magneten sind Kennkurven (Entmagnetisierungskurven), Temperaturkoeffizienten, Korrosionsbeständigkeit sowie mechanische Eigenschaften (Sprödigkeit, Festigkeit) zentral. Insbesondere NdFeB‑Dauermagnete erfordern Korrosionsschutzschichten und ggf. Hochtemperaturlegierungen, um in elektrischen Antrieben, Generatoren und Sensoren langfristig stabil zu funktionieren.
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