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06.10.2016 (CEST)
Quantitative 3D-Gefügeanalyse — Stereologie oder Tomographie
Alexandra Velichko and Frank Mücklich
Kurzfassung

In der Materialforschung ist die dreidimensionale Ausprägung des Gefüges der Schlüssel zum Verständnis des Zusammenhanges zu den Herstellparametern einerseits und den Eigenschaften des Werkstoffs andererseits. Die prinzipielle Frage ist, ob es unbedingt nötig ist, alle Gefügemorphologien in 3D zu untersuchen, oder ob es ausreicht, bei den Gefügen die viel praktischere 2D-Bildanalyse zu nutzen und die 3D-Parameter nach stereologischen Beziehungen zu berechnen. Erwartungsgemäß gibt es bei der Vielfalt der Gefüge und den entsprechend komplexen Zusammenhängen keine generelle und einfache Antwort darauf. In diesem Beitrag wird am Beispiel der Korngrößenbeschreibung und damit verbundener Kennzahlen reflektiert, wann die 2D-Bildanalyse mit stereologischen Schätzungen zur 3D-Situation praktikable Ergebnisse liefert und wann die Gefügetomographie unbedingt nötig ist, um geeignete Informationen über das räumliche Gefüge zu gewinnen. Ausgehend von den bildfeldbezogenen vier Grundparametern des Gefüges wird dazu die Korngrößenbestimmung unter der Annahme von Kornformen mit zunehmender Komplexität (Kugel — äquiaxiale Polyeder — nichtäquiaxiale Polyeder — nichtkonvexe Kornformen) diskutiert. Es wird gezeigt, dass bei nicht konvexen unregelmäßigen Kornformen die 3D-Charakterisierung für sichere Klassifikationen und auch die Quantifizierung räumlicher Kenngrößen wie der Konnektivität oder der Teilchenzahl im Volumen unverzichtbar ist.

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Alexandra Velichko and Frank Mücklich (2008). Quantitative 3D-Gefügeanalyse — Stereologie oder Tomographie. Practical Metallography: Vol. 45, No. 9, pp. 423-439. doi: 10.3139/147.100395 © Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG ISSN 0032-678X

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