Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung
Militärlastwagen sind mit Notlaufrädern ausgestattet, um in Notsituationen zumindest eine Restmobilität des Fahrzeugs zu gewährleisten. In solchen Situationen sind die Notlaufräder mit einem komplexen Belastungsfall konfrontiert: mögliche Beschädigung durch Geschosseinschlag, hohe statische und dynamische Lasten, unwegsames Gelände, welches zu hohen Verschleißraten führt, und hohe thermische Belastungen aufgrund der Reibung mit dem platten Reifen. Derzeitige Notlaufräder bestehen in der Regel aus Polymer (Polyamid) oder Gummi, und insbesondere die thermischen Belastungen führen zu einem vorzeitigen Ausfall des Systems, wodurch die Sicherheit von Ladung und Besatzung gefährdet wird. Im Rahmen des vom EDF geförderten Projekts „Robuste und leichte AM-Komponenten für militärische Systeme (ROLIAC)“ wird eine alternative Notlaufrad-Lösung komplett aus Aluminium entwickelt. Das Rad besteht aus 3 identischen geschweißten Segmenten. Um die Gewichtsbeschränkungen einzuhalten und die höhere Dichte von Aluminium im Vergleich zu Polymeren zu berücksichtigen, mussten spezielle Konstruktionslösungen angewandt werden. So wurden Hauptteile der Segmente aus Aluminiumschaum-Sandwichen AFS (Schaumkern: AlMg3Si6, Deckschicht: EN-AW-6082) und topologieoptimierten LBPF AlSi10Mg-Teilen gefertigt. AFS wird für den tragenden Hauptkörper verwendet, die AM-Teile für die Verschluss- bzw. Verbindungsbereiche. Da ein Versagen durch Geschosseinschlag und daraus resultierende Rissbildung ausgeschlossen werden muss, wurden AFS- und AM-Prüfplatten Einschlagversuchen mit 7,62 x 51 mm Munition und anschließender metallographischer Analyse unterzogen. Dabei wurden auch Einschläge in der Nähe von WIG-Schweißnähten und wärmebeeinflussten Zonen getestet. Alle Materialien zeigten ein gutartiges Einschlagverhalten ohne Rissbildung.
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