Der Begriff Embedding (Einbettung) besitzt in den Werkstoffwissenschaften zwei zentrale, komplementäre Bedeutungen: (1) die physikalische Einbettung von Proben in einen Trägerwerkstoff zur Präparation und (2) die mathematische Einbettung als Vektorrepräsentation komplexer Daten (z.B. Text, Bilder, Strukturinformationen) zur datengetriebenen Werkstoffanalyse.
Physikalische Einbettung
Unter Einbettung versteht man das Umschließen eines Werkstoffprobenkörpers mit einem meist polymeren Einbettmittel (z.B. Epoxidharz, Acrylharz), um eine definierte Geometrie, Kantenstabilität und Handhabbarkeit für Schleif‑, Polier‑ und Analyseschritte zu gewährleisten. Dabei wird zwischen Kalt-Einbettung (raumtemperaturhärtende Harze, häufig Epoxid oder Acryl), Schnell- bzw. Harz-Einbettung (beschleunigte Härtung, oft unter Vakuum oder Druck) und Heiß-Einbettung (thermoplastische Pressmassen) unterschieden. Vakuum-Druck-Verfahren dienen der Infiltration poröser Proben, um Lunker oder Risse vollständig mit Harz zu füllen und Artefakte in der Gefügeanalyse zu minimieren.
Wesentliche Anforderungen sind chemische Inertheit gegenüber der Probe, ausreichende Härte, geringe Schrumpfung sowie gute Haftung an der Probenoberfläche. Epoxidharz-Einbettungen werden bevorzugt für hochauflösende Gefüge- und Bruchflächenanalytik (z.B. REM, EBSD), da sie geringe Porosität und gute Kantenhaltung bieten.
Mathematische Embeddings
Im Kontext datengetriebener Werkstoffforschung bezeichnen Embeddings kontinuierliche Vektorraumdarstellungen diskreter oder hochdimensionaler Informationen, etwa Wort-Einbettungen für wissenschaftliche Texte oder Dokumenteneinbettungen für Patent- und Literaturkorpora. Solche Repräsentationen ermöglichen Ähnheitsanalysen, Clustering und prädiktive Modelle (z.B. für Eigenschaftsvorhersagen, Werkstoffdesign) und sind zentral für moderne KI-gestützte Werkstoffentwicklung.
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