
Mit dem Ende des Jahres 2002 geht meine Amtszeit als Vorsitzender der DGM zu Ende. Für mich kommen damit zwei interessante Jahre zum Abschluss, in denen ich Mitverantwortung für die Geschicke der DGM getragen habe. Auch wenn sich die DGM derzeit als sehr florierende Gesellschaft darstellt, gibt es mit Blick auf die langfristige Perspektive einige Punkte, die kritisch zu bedenken sind. Die Zahl der Mitglieder geht langsam, aber stetig zurück. Die Anzahl junger Menschen, die Materialkunde in all ihren Facetten als Studienfach wählen, ist nach wie vor gering. Zudem fehlt noch immer die Wechselwirkung zwischen den Mitgliedern unserer Gesellschaft, wie sie früher bei den traditionellen DGM-Jahrestagungen selbstverständlich war. Im Bereich der Nachwuchsförderung hat die DGM, wie Sie sicherlich bereits wahrgenommen haben, tiefgreifende und langfristig angelegte Maßnahmen auf den Weg gebracht. Mit einer Werbebroschüre sprechen wir gezielt junge Menschen an und machen auf das Studium der Werkstoffwissenschaft aufmerksam. Die DGM war auf sogenannten Schülerbörsen vertreten und hat anlässlich der diesjährigen Materials Week zudem eine ansprechende Veranstaltung für Schülerinnen und Schüler aus dem Großraum München durchgeführt. Durch den unermüdlichen Einsatz von Frau Schepp wurden hier wichtige Impulse gesetzt, die sich hoffentlich langfristig positiv auf die Gewinnung jüngerer Mitglieder für unsere Gesellschaft auswirken werden. Sorge bereitet mir hingegen, dass der vor einigen Jahren eingeführte DGM-Tag zwar langsam wachsende Resonanz findet, bislang jedoch noch nicht wieder zu einem Forum geworden ist, das den früheren DGM-Hauptversammlungen ebenbürtig wäre. Trotz schneller Kommunikationswege und zahlreicher alternativer Austauschmöglichkeiten ersetzt nichts das persönliche Gespräch. Ich hoffe und wünsche daher, dass die kommenden DGM-Tage erfolgreich verlaufen und dass vielleicht auch ein neuer Weg gefunden wird, die Hauptversammlung der DGM in kleinerer Form wiederzubeleben, etwa durch das Zusammenführen von Veranstaltungen verschiedener Fachausschüsse. Ebenso wichtig ist es, dass die von der DGM ausgerichteten Tagungen von den Mitgliedern unserer Gesellschaft gut besucht werden. Dazu müssen wir alle beitragen. Zunächst ist es Aufgabe der Tagungsorganisatoren, ein anspruchsvolles Programm zu gestalten, das auch im internationalen Maßstab überzeugt. Darüber hinaus müssen ausreichend Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, insbesondere auch jüngere, Beiträge einreichen und die Möglichkeit erhalten, diese vor einem interessierten Publikum zu präsentieren, und zwar zu angemessenen Teilnahmegebühren. Wenn all diese Faktoren gut aufeinander abgestimmt sind, wird dem weiteren erfolgreichen Wirken der DGM, auch im europäischen Kontext, nichts im Wege stehen. Ich möchte mich herzlich bei allen Kolleginnen und Kollegen bedanken, die mich in den vergangenen zwei Jahren in den Belangen unserer Gesellschaft beraten und unterstützt haben. Besonders dankbar bin ich jenen, die mir konstruktiv-kritische Anmerkungen mit auf den Weg gegeben haben. Nun wünsche ich Ihnen allen ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest sowie einen guten Start in das neue Jahr. Mit den besten Grüßen Ihr Manfred Rühle
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